Competec erzielt Umsatz von 1.14 Milliarden Franken (-2.6%)

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Die Competec Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 1.14 Milliarden Franken realisiert (Medienmitteilung). Dies bedeutet einen Umsatzrückgang von rund 2.6 Prozent oder 30 Millionen Franken gegenüber Vorjahr (Umsatz 2022: 1.17 Milliarden Franken). In diesem Beitrag ordnen wir ein.

Erstmaliger Umsatzrückgang wegen B2B

Der Umsatzrückgang der Competec Gruppe ist durchaus kritisch zu sehen: Zum einen ist es das erste Mal, dass der Aargauer Konzern kein Wachstum vermelden konnte, aber nicht nur das: Schon letztes Jahr fiel das Wachstum nur gering aus (+4.1%) und konnte mehrheitlich auf die Akquisition von Schoch Vögtli zurückgeführt werden. Zum anderen steht da das zweistellige Wachstum von Mitbewerber Digitec Galaxus im Raum, was diesen, wenn auch kleinen Rückgang, nochmals schlechter dastehen lässt.

Dass unterm Strich kein positives Wachstum erreicht werden konnte, sei dem B2B-Geschäft zuzuschreiben. Dort habe sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte eine negative Marktentwicklung besonders akzentuiert. Die Geschäftsaufgabe der PCP.COM Gruppe (Steg Electronics) im September habe einen grossen Anteil daran gehabt, heisst es auf Nachfrage von Seiten Competec, war doch Alltron ein wichtiger Lieferant derselben. Doch auch die anderen B2B-Geschäftsbereiche, wie Jamei, BRACK.CH Business, und MEDiDOR seiden mit Herausforderungen konfrontiert gewesen, wenn auch nicht im selben Ausmass.

Wachstum nicht überall positiv zu werten

Immerhin hatte der grösste unabhängige Schweizer Onlinehändler dennoch Positives zu vermelden und Wachstum in drei Bereichen in der Medienmitteilung kommunizieren:

Competec wächst 2023 bei der Paketaussandmenge, im Privatkundengeschäft und beim Personal.

Das Privatkundengeschäft sei «kontinuierlich im hohen einstelligen Prozentbereich gewachsen», heisst es in der Medienmitteilung weiter – was als, BRACK.CH ohne BRACK.CH Business zu verstehen ist. In einigen Warengruppen lag das Wachstum bei BRACK.CH sogar über dem Markt. Dies in den Bereichen Büromaterial, Smartphones, Computing, Food, Kosmetik, Tierprodukte, heisst es auf Rückfrage. So viel zu den wirklich guten Neuigkeiten.

Personalbestand- und Umsatzentwicklung der Competec-Gruppe von 2000 bis 2023. — Quelle: Competec.

Das Wachstum beim Paketvolumen um rund 12 Prozent auf 4.36 Millionen Pakete (zum ersten Mal wurde die 4-Millionen-Marke bei den verschickten Paketen geknackt), ist in Kombination mit dem rückläufigen Umsatz hingegen nicht positiv zu sehen. Dies bedeutet nämlich, dass der durchschnittliche Warenkorb gesunken ist und mehr Versandkosten angefallen sind. Mit einem Wachstum im B2C-Geschäft und einem Rückgang im B2B-Geschäft ist dies durchaus nachvollziehbar.

Entwicklung Paketaussandmengen. — Quelle: Competec

Mehr Pakete erfordern wiederum mehr Angestellte in der Logistik: «Die Competec-Gruppe beschäftigte Ende vergangenen Jahres 1’314 Mitarbeitende. Dies entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 64 Teammitglieder», heisst es in der Medienmittelung, und weiter, «aufgrund des steigenden Paketvolumens hat Competec insbesondere in der Logistik zusätzliche Stellen geschaffen.» Auch hier in Anbetracht des rückläufigen Umsatzes nicht als «good news» zu werten.

Investitionen in Dienstleistungen, Logistik und Nachwuchs

Trotz dieses erstmaligen Umsatzrückgangs schaut der Schweizer Onlinehändler positiv in die Zukunft, auch was das B2B-Geschäft angeht: Die neu lancierte B2B-Plattform ist in Betrieb und demnächst soll die Kunden-Migration des Winterthurer Geschäftsbedarf-Anbieters Schoch Vögtli (Kauf 2022) vollzogen werden.

Über die B2B-Plattform haben Unternehmen Zugang zu verschiedenen Services, wie etwa auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Sortimentszusammenstellungen und Startseiten, E-Procurement-Prozesse und der «Kanban» genannten Dienstleistung, bei der Mitarbeitende von BRACK.CH Business die Vorräte für Verbrauchsmaterial vor Ort bei der Kundschaft regelmässig kontrollieren und bei Bedarf auffüllen.

Die Competec Gruppe investiert weiter in Dienstleistungen, Logistik, den Nachwuchs sowie auch in die stetige Optimierung des Einkaufserlebnisses, so zum Beispiel im vergangenen Jahr mit einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Produktberatung, die rund um die Uhr auf individuelle Anfragen passende Produkte präsentiert (wir berichteten und haben den BRACK Chatbot getestet). Dieser Service werde weiter ausgebaut und stehe Anfang des neuen Jahres allen Kund*innen zur Verfügung. Wir blicken gespannt in die Zukunft auch in Hinblick auf eine mögliche strategische Neuausrichtung nach angekündigtem Ausscheiden des Gruppen-Chefs Martin Lorenz Mitte dieses Jahres.



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