Der Schweizer E-Commerce ist dem Widerrufsrecht einen Schritt näher

1
1876

Heute liess die Landesregierung verlauten, dass man die Einführung eines allgemeinen 14-tägigen Widerrufsrecht begrüsse. So der Bundesrat in einer Stellungnahme auf eine parlamentarische Initiative.

“Das 14-tägige Widerrufsrecht soll folglich Verträge umfassen, die geschlossen werden, ohne dass sich die Vertragsparteien physisch begegnen. Weil die Konsumentin oder der Konsument bei solchen Verträgen überrascht oder überrumpelt werden und oft den Vertragsgegenstand vor dem Vertragsschluss nicht prüfen kann, besteht ein erhöhtes Schutzbedürfnis.”

Dies leider ein weiterer Schritt von Parlament und Regierung, Online und Telefon gleichzustellen, was von wenig Verständnis der Materie zeugt.

Kommt das Widerrrufsrecht für den Onlinehandel, darf man über die Folgen nur spekulieren. Es wird schwieriger für kleinere Händler und jeder wird das Risiko des Widerrufs einkalkulieren müssen, was sich wohl auf die Preise niederschlagen wird.

Ob man damit schwarze Schafe fängt, bleibt fraglich. Und die grossen Onliner der Branche gewähren ohnehin ein Widerrufsrecht – es ginge auch ohne Gesetz.

Oder muss der ultra-transparente Onlinehandel ausbaden, was die nervigen Telefonverkäufer “verbrochen” haben? Eine differenzierte Betrachtung wäre auch auf gesetzgebender Ebene wünschenswert.



Nichts mehr verpassen! Dann machen Sie es wie bereits aktuell 4.714 andere Leser. Verpassen Sie keinen Beitrag mehr und erhalten Sie jeden Sonntag ab 16 Uhr alle Artikel der aktuellen Woche per E-Mail bequem in Ihre Inbox geliefert.

E-Mail Adresse erfassen genügt.


letzter ArtikelMultichannel ist tot – es lebe der Handel!
nächster ArtikelStrategien zur Internationalisierung im E-Commerce
Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

1 KOMMENTAR

  1. Ich denke dass sich der Markt selbst etwaiger schwarzer Schafe entledigt. Denn wem Kundenkebenszyklen egal sind (bewusst oder unbewusst), wird im Wettbewerb nicht bestehen können.

    Ach – und ob die jüngst eingerichtete Ombudsstelle den Bedarf wohl relativieren kann?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT