Warenhäuser und Shopping-Center von verschiedener Seite unter Druck

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Bekanntlich stehe ich dem Geschäftsmodell Warenhäuser kritisch gegenüber, wie auch Shopping-Centern. Und die Herleitung vergangenen Mai (Jelmoli und andere Todgeweihte – Warenhäuser, ein Konzept hat sich überlebt) war einer der Top-5 Artikel dieses Blog 2017.

Kommt hinzu, das mit den in den letzten Tagen bekannt gewordenen Umsatzzahlen von Digitec-Galaxus, Aliexpress oder auch Zalando die Top-10 Onlineshops die Top-10 Shopping-Center wohl umsatzmässig 2017 überholt haben.

Nun hat Bloomberg dieses Thema aus us-amerikanischer Pespektive schön beleuchtet im vielsagenden Titel “Why Some Shopping Malls May Be in Deeper Trouble Than You Think” und dem dazughörigen Video-Beitrag “The Death of the Department Store“.

E-Commerce Retail Sales vs Retail Trade Dept. Stores - Quelle: US Bureau of the Census - Grafik: Bloomberg
E-Commerce Retail Sales vs Retail Trade Dept. Stores – Quelle: US Bureau of the Census – Grafik: Bloomberg

Dabei sind neben dem rasant anwachsenden Online-Anteil weitere Gefahrenpotentiale identifiziert worden:

«How retailers went from dominant to devastated»

  • Onlinehändler wie Amazon sichern sich zunehmend Markanteile.
  • Discounter und Restposten Händler graben das Segment der Schnäppchenjäger ab.
  • Spezialisierte Händler wie Sephora konkurrenzieren die Warenhäuser stark in deren einst lukrativen Sortimenten wie Beauty und buhlen um die Millenials.
  • Major Brands – im Beitrag werden Ralph Lauren und Michael Kors genannt – verkaufen bevorzugt direkt und reduzieren deren Sortimente in den Warenhäuern, was wiederum deren Sortiments-Kompetenz einschränkt.

Bloomberg empfiehlt den Warenhäusern und Centern, noch schneller Flächen zu reduzieren und zu schliessen, um sich auf die wenigen gut frequentierten Standorte zu fokussieren. Zudem sollen die Warenhäuser dringend ihre Online-Plattformen und deren User-Experience verbessern.

Dem ist eigentlich nichts anzufügen.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

1 KOMMENTAR

  1. Warum muss ich als Kunde noch in ein Warenhaus, wenn ich online direkt beim Brand die Artikel alle in den Warenkorb legen kann? Noch schlimmer, im Warenhaus habe ich wie Sie treffend bemerken, lediglich ein Teilsortiment. Beim Brand das Vollsortiment. Demzufolge auch die ganze Saison Sale für die Schnäppchenjäger und die neusten Incomings, welche ich im Einzel- resp. Detailhandel nicht annähernd so schnell habe.
    Diese Entwicklung, dass die Hersteller direkt ihre Ware für den Endkunden ohne Zwischenhändler anbieten, war und ist der Todesstoss für einzelne Warenhäuser aber auch für die zu vielen Malls. Discounter haben es da besser, jedoch nur wenn sie ihren Job täglich und richtig machen, online und offline.

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