Unsere Takeaways zur K5 Future Retail Conference 2023

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Am 20. und 21. Juni öffnete die K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE 2023 zum elften Mal
ihre Pforten. «Black Ocean – erfolgreich handeln in unsicheren Zeiten» war das Motto der diesjährigen Konferenz. 250 Speaker, 200 Aussteller und 4’000 Besucher
fanden sich zur Konferenz ein, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, der aktuellen Krise zu trotzen, gemeinsam Probleme zu lösen und Herausforderungen zu bewältigen.

Auch dieses Jahr durften wir wieder mit dem Carpathia-Team an die «Schwester-Konferenz» der SCORE! reisen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Verena Schlüpmann, Sven Rittau, Jochen Krisch und Team für eine wiederum grossartige Konferenz und eure geschätzte Gastfreundschaft.

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Die zwei Köpfe und Taktgeber hinter der K5 Future Retail Conference: Verena Schlüpmann und Sven Rittau

Zurückgekehrt sind wir mit neuen Insights und frischen Inputs. In diesem Beitrag haben wir die Eindrücke, die uns am meisten in Erinnerung geblieben sind, für euch zusammengetragen:

K5 on FYRE – 6 x 3 Thesen

Programmpunkt vom Dienstag, 20. Juni, 9:45 – 10:30 Uhr auf der Future Retail Stage

Die Einstiegs-Session zum Konferenz-Beginn mit sechs deutschen Handels-Expertinnen und ihren Thesen für den «Future Retail». Präsentiert haben: Stefan Wenzel (Board Advisor), Alexander Graf (Herausgeber von Kassenzone), Marcel Brindöpke (Co-Founder & Chief Strategy Advisor von heyconnect), Dörte Kaschdailis (Managing Partner bei opexxia) und Johannes Altmann (Founder von shoplupe). Die nachfolgenden drei Thesen waren gemäss Publikums-Voting die besten:

  • These von Johannes Altmann: «Das alte Modell von Preis und Verfügbarkeit reicht nicht mehr!»
    Die Erläuterung dazu: Menschen sind konsummüde und legen wieder mehr Wert auf Qualität statt Quantität, wollen also bewusst einkaufen. Händler und Marktplätze, die Orientierung bieten und kuratieren können, sind gefragt.
  • These von Stefan Wenzel: «Weniger Rabatte, bessere Preise, mehr Zahlungsbereitschaft.»
    Die Erläuterung dazu: Wegen der aktuellen Konsumkrise sprechen wir plötzlich wieder über Profitabilität und die Kosten. Das ist an sich nicht schlecht. Einen grossen Hebel haben wir aber auch über die Preise. Wir sollten wieder vielmehr darüber nachdenken, nicht so viele Rabatte zu geben und die Preise von den Produkten zu entkoppeln.
  • These von Johannes Altmann: «Den Kunden endlich verstehen und Innovation wagen.»
    Die Erläuterung dazu: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Composable Commerce den Kunden egal ist und dass wir Personalisierung auch nicht wirklich können, auch die operative Exzellenz interessiert niemanden, wenn man keine Kunden mehr hat. Daher sollte man vielmehr Geld in Innovationen stecken, die Kunden auch wahrnehmen, wie etwa damals das responsive Design; laut Altmann die letzte echte Innovation, die der Kunde auch wirklich gespürt hat.

#intotheblack – Auswege aus der Finanzierungsfalle

Programmpunkt vom Mittwoch, 21. Juni, 15:00 – 15:30 Uhr auf der Future Retail Stage

Das halbstündige Panel mit Jochen Krisch (Herausgeber Exciting Commerce), Tarek Müller (Co-Founder & Managing Director About You) und Bettine Schmitz (Partner / Founder Auxxo) hat aus verschiedenen Perspektiven die aktuell schwierige Situation bei der Unternehmensfinanzierung beleuchtet. Aus der Diskussion haben wir folgende Kernaussagen herausgefiltert (sinngemäss zitiert):

  • «Die Digital Commerce Branche steht in Bezug auf Umsatz, Profitabilität und Infrastruktur besser da als je zuvor, an der Börse bewegen sich die Unternehmensbewertungen jedoch auf dem Niveau von 2015. Es ist verrückt.» (J. Krisch)
  • «Aktuell gibt’s in unserer Branche sehr wenig Liquidität an der Börse. Unsere Aktie (YOU) hat ein tägliches Handelsvolumen zwischen EUR 100’000-200’000. Das ist enorm wenig.» (T. Müller)
  • «Es sind nicht die Privatanleger, sondern die institutionellen Investoren, die den Kurs beeinflussen. Und diese stehen bei uns an der Seitenlinie, weil Aktien mit wenig Liquidität und Seitwärtsbewegung bei einem 3-6 monatigen Anlagehorizont nicht attraktiv sind.» (T. Müller)
  • «Die tiefen Börsenbewertungen beeinflussen die Private Equity Finanzierung. Die öffentlichen Märkte setzen die Bewertungsmassstäbe in den Branchen.“ (J. Krisch)
  • «Das dreiteilige Geschäftsmodell von About You mit Handel, Retail Media und SCAYLE Shopsoftware ist sehr smart.» (B. Schmitz)
  • «SCAYLE mit einem Umsatz von EUR 87.7 Mio. und einer 31.6% EBITDA-Marge wird aktuell in unserer Börsenbewertung überhaupt nicht berücksichtigt.“ (T. Müller)
  • «Zurzeit ist Green Technology sehr beliebt bei den Investoren, gerade auch bei Family Offices als wichtige Geldgeber in Deutschland. Unternehmen im Consumer Market ohne Recurring Revenue haben es hingegen schwierig. Um Marketing Bubbles wird einen Bogen gemacht.» (B. Schmitz)
  • «Ich habe täglich Paranoia, um nicht das neue Karstadt ohne Rolltreppe zu werden.» (T. Müller)
  • «Knappheit beim Geld hat auch Vorteile. Es kommt zum Garbage / Darwinian Shakeout und es erzeugt Kreativität.» (T. Müller)
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Jochen Krisch, Herausgeber von Excitingcommerce und Gründer der K5 Future Retail Conference auf der Bühne.

SAIZ verspricht weniger Retouren im Fashion Commerce

Programmpunkt vom Mittwoch, 21. Juni, 11:30 – 13:00 Uhr auf der Tech & Talk Stage

Auch Startups hatten die Möglichkeit die Bühne der K5 zu nutzen, um ihre innovativen Leistungen vorstellen zu können. Ein Startup ist uns besonders in Erinnerung geblieben, da es ein zentrales Problem im Fashion Handel anspricht.

SAIZ verspricht nicht weniger als der genaueste Grössenberater zu sein und damit sowohl Rücksendequote als auch Conversion positiv zu verbessern. Der Hauptgrund für Retouren ist die Passform des Kleidungsstücks und die Konsistenz der Passform innerhalb einer Marke. Retouren sind nicht nur teuer, sondern sie sind auch eine massive Belastung für die Umwelt.

Im Unterschied zu anderen Grössenbestimmungstools stützt sich SAIZ nicht nur auf grobe statistische Schätzungen, sondern bewertet die Passform individuell. Dafür werden die Kundenmasse mit den Produktmassen abgeglichen und 3D-Zwillinge jedes Produkts erstellt. Sollte SAIZ tatsächlich so gut funktionieren, werden sie die Entwicklung in der Branche wohl stark vorantreiben können. Mehr Infos dazu unter saiz.io

An dieser Stelle möchten wir auch die zwei Startups Innkeepr (innkeepr.ai) und unea (unea.io) erwähnen. Innkeepr schafft es Werbeausgabe durch AI gezielter einzusetzen und auf die relevantesten Kunden zu fokussieren. Unea spricht Unternehmen an, die durch Retail Media relevante Einnahmen erzielen möchten. Dafür stellt Unea eine Plattform bereit, die zentrale Prozesse im Retail Media vereinfacht.

Die nächste K5 FUTURE RETAIL CONFERENCE findet am 25.+26.Juni 2024 im ESTREL
Berlin statt.



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