Apothekerpreise: Politiker würgen effizienten Medikamenten-Versandhandel ab

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Apothekerpreise: Politiker würgen effizienten Medikamenten-Versandhandel ab

Während im Ausland die Apothekenversender eines der am stärksten wachsenden Segmente im E-Commerce sind, wollen in der Schweiz die (liberalen) Politiker den effizienten und für den Konsumenten günstigen Versandhandel abwürgen.

Laut einem heute publizierten Artikel des Tages-Anzeiger lobbieren in Bern die Apotheker und Drogisten gegen den Versandhandel mit Arzneimittel, der ohnehin bereits stärker reglementiert ist als der stationäre Verkauf. So braucht es bis anhin online auch ein Rezept für rezeptfreie Medikamente [sic!]. Ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Der über unsere Landesgrenzen erfolgreiche Apothekenversender Zur Rose hat dies bislang elegant damit erfüllt, dass in Zusammenarbeit mit Ärzten diese Rezepte nach Bestelleingang ausgestellt wurden. Anders als im stationären Verkauf sind online also gar Ärzte in die Bestellung involviert.

Damit nicht genug; nun will die mächtige Apothekerlobby den Onlineversand über die Revision des Heilmittelgesetzes dahingehend verunmöglichen, dass die Rezepte vor der Bestellung vorliegen müssen – notabene für Medikamente der sog. D-Liste, also in Apotheken und Drogerien frei käufliche Medikamente ohne Rezept wie Aspirin etc!

Schamloser kann man seine Pfründen in diesem 1.2 Milliarden Markt kaum sichern. Gar wie zu besten russischen Zeiten, wie der VSV meint:

Es ist konsequent und logisch, dass rezeptpflichtige Medikamente einer erhöhten Prüfung und Sorgfaltspflicht unterliegen müssen – entsprechend ist gegen eine genaue Regelung bei sogenannten A und B Arzneimitteln nichts einzuwenden.

Hingegen für D Arzneimittel eine Gesetzsanpassung vorzuschlagen wie

„für das betreffende Arzneimittel vor der Bestellung eine ärztliche Verschreibung vorliegt und diese durch die Patientin oder den Patienten mit der Bestellung eingereicht wird“ (Artikel 27) 


Ein weiterer Versuch weltfremder Politiker sich mit mittelalterlichen Mitteln gegen aktuelle Entwicklungen zu wehren. Die Buchpreisbindung war ein Beispiel dafür und auch der vom Internet überrumpelte Bundesrat in Sachen Widerrufsrecht.

Schweizer Kunden sollen nun also per Gesetz gezwungen werden, ihre Medikamente zu Apothekerpreisen stationär zu kaufen. Oder anders gesagt, wer online einkaufen will, kauft bei einem ausländischen Anbieter.

Hinweis: Zur Rose ist nominiert für den Swiss E-Commerce Award. Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2014 statt gleich nach der neuen E-Commerce Konferenz Swiss E-Commerce Connect.


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Thomas Lang

Jahrgang 1968 - Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

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1 Kommentar

  1. Ruedi Stricker

    Hausaufgabe: Schreibt einen Aufsatz über eines der folgenden Themen:

    – Selbstmordattentäter in der Heilsarmee
    – Debile Nobelpreisträger
    – Liberale Politiker im Nationalrat

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