Retail Vision: Wege aus der Sackgasse für den stationären Detailhandel

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«Thomas Lang, warum kannst Du eigentlich Ladengeschäfte oder Einkaufszentren nicht ausstehen?» Diese Frage wurde mir in den vergangenen Wochen und Monaten oft gestellt, kürzlich gerade auch rund um die Berichterstattung zur Eröffnung der neuen Mall of Switzerland.

Die Frage bringt mich immer zum schmunzeln, denn ich mag Läden grundsätzlich. Und die Frage lässt mich erwidern, dass es immer Läden und wohl auch Einkaufszentren geben wird, nur muss sich deren Form und Funktion radikal verändern, um mit den atemberaubend schnellen Entwicklungen rund um die Digitalisierung Schritt halten zu können.

Es ist nicht so, dass ich oder wir Läden oder Zentren nicht mögen. Sondern es ist der blanke Ärger und das Unverständnis darüber, dass der stationäre Handel die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und viel zu langsam und zu wenig konsequent handelt. 

Seit bald 5 Jahren publizieren wir regelmässig unsere Weckrufe – gefühlt ist kaum etwas passiert mit der Ausnahme, dass es zu zahlreichen Geschäftsaufgaben kam und man lieber den Sündenbock statt Lösungen sucht. Denn die aktuell im Detailhandel verabreichten homöopathischen Innovationsdosen sind letztlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wer jetzt nicht hart durchgreift und sich verändert, wird verändert.

Wir starten aus diesem Grund die neue Serie „Retail Vision“ um Ideen, Ansätze, wegweisende Entwicklungen und mehr zu diskutieren. Und damit auch konkrete Handlungsempfehlungen, wie die neuen Rollen von Ladenflächen, Einkaufszentren und mehr aktiv gestaltet werden können.

Aktuell geplante Themen:

  • Verbleibenden Vorsprung sichern und ausbauen
  • Als stationärer Händler von den Onlinern lernen
  • Kreative Flächenformate ohne Berührungsängste
  • Digitales Knowhow stationär nutzen und vice-versa

Wer Inputs hat, Beispiele beisteuern will ist herzlich willkommen – bitte als Kommentar hinterlegen – Danke!

Supermarkt Vision 2020:
Flächen zurück bauen – Emotionen & Logistik rein

Vor nunmehr mehr als 3 Jahren (!) haben wir bereits die Vision formuliert, wie der Supermarkt im Jahre 2020 wohl aussehen wird. Die Aspekte, wie die Fläche und wie das Fulfillment ausgestaltet werden soll, haben viel Beachtung gefunden und der Tages-Anzeiger hat das Thema ebenfalls aufgegriffen (PDF vom 23. Oktober 2014).

Supermarkt Vision 2020 - Wie ein Laden künftig aussehen könnte / Vision: Carpathia - Grafik: Tages-Anzeiger
Supermarkt Vision 2020 – Wie ein Laden künftig aussehen könnte / Vision: Carpathia – Grafik: Tages-Anzeiger

Viel passiert ist noch nicht

Wirklich passiert ist in den vergangenen 3 Jahren noch nicht viel in diese Richtung. Was man jedoch erfreulicherweise sieht ist, dass die Vision bereits 2014 in die richtige Richtung ging, also korrekt vorgedacht wurde (Wie wird man Vordenker?).

Vereinzelte Elemente davon sieht man hier und dort, wenn neue Retail-Konzepte vorgestellt werden. Aber bislang hat es keiner gewagt, radikal umzudenken und konsequent zu handeln.

Für mehr Radikalität und Konsequenz – und damit zur Nutzung der Chancen – im Detailhandel plädiert die neue Serie Retail Vision

Keine Pflästerlipolitik und homöopathischen Dosen – sondern konkrete Handlungsempfehlungen. Wir freuen uns darauf!


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1 COMMENT

  1. Hallo zusammen,
    Ich lese eure Beiträge jeweils sehr interessiert und danke euch für die Impulse, die als sehr wertvoll erachte. Selber befasse ich mich auch eingehend mit Zukunfttrends, das Thema ist äusserst spannend. Ich habe einen Brillenvertrieb und ein Augenoptikergeschäft. Aus diesem Grund verfolge ich den Detailhandel eingehend. Natürlich verfolge ich die Entwicklung im online Bereich, finde es aber auch spannend, dass die meisten onliner wieder offline gehen. Dazu stellt sich die Frage der Rentabilität. Jeder (mega)Trend hat auch ein Gegentrend und ich frage mich, inwiefern sich nicht auch der Konsum grundlegend verändert hat. Das positive an der Entwicklung ist sicher, dass der Kunde wirklich König ist.

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