Shopping Aktuell – Das Onlineshopverzeichnis in Papierform – nein Danke.

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Shopping Aktuell
Shopping Aktuell

Gestern wurde die erste Ausgabe des Magazins “Shopping Aktuell” an 240’000 Haushalte verteilt. Nach eigenen Angaben ist das Produkt der Baurmedien und der Schweizer Post das umfassende Verzeichnis der Schweizer Online-Shops (steht so im Impressum).

Das Magazin zeigt auf knapp 70 Seiten einige wenige wertvolle Tipps zum Einkaufen im E-Commerce und eine unübersichtliche Auswahl an Onlineshops.

Das Magazin will einfach nicht gefallen und ist meiner Ansicht nach eine Totgeburt aus folgenden Gründen:

  • Layout ist an Unübersichtlichkeit kaum zu übertreffen und erinnert an einen dieser Billig-Gadget-Kataloge die jeweils direkt ins Altpapier flattern.
  • Die Liste ist äusserst unvollständig – praktisch alle grossen erfolgreichen Schweizer E-Commerce Anbieter fehlen, kaum ein Vertreter des Leader-Panels des neuen E-Commerce-Reports ist gelistet.
  • Das Verzeichnis existiert nur offline in Papierform. Es ist keine Onlineversion der Onlineshops verfügbar, die einerseits besser durchsuchbar und immer aktuell ist. Und anderseits den Shops erst noch wertvolle Backlinks generiert.
  • Onlineshops werden nach wie vor hauptsächlich via Suchmaschinen, Preisvergleiche, Empfehlungen, Onlinemarekting-Kampagnen etc. gefunden. Oder wann haben Sie zuletzt das Telefonbuch verwendet zur Suche eines E-Shops?
  • Wer braucht ein Verzeichnis von Onlineshops in Papierform? Das ist doch medialer Blödsinn.

Frédéric Devrient, Leiter Innovation  Direct Marketing der Post, schreibt im Impressum:

“Zu Hause einkaufen: Bequemer gehts nicht. Aber wie findet man den richtigen Online-Shop? Suchmaschinen zeigen auf den ersten Seiten alle dieselben Online-Shops an. Wer sich weiterklickt, bleibt oft in lästigen Pop-up-Fenstern hängen. Diese Shopping Aktuell EXTRA erspart Ihnen den Suchmaschinenstress, macht Online-Shopping angenehm und sicher.”

Mit Verlaub, aber wer so etwas schreibt, hat doch noch nie online eingekauft. Von wegen Suchmaschinenstress und lästigen Pop-up Fenstern.

Es ist mir unverständlich, warum sich die Post, die immer wieder bestrebt ist, sich erfolgreich als Schweizer E-Commerce Partner zu etablieren, bei so einer Publikation mitmacht.

Mit der Post und dem Baurverlag scheinen sich mit dieser Publikation zwei gefunden zu haben, die mit gestrigen Methoden für das Geschäft von heute den Werbekunden von morgen ködern wollen.

Und wie immer das Beste zum Schluss:
Dass die Post mit von der Partie ist zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass die gelisteten Onlineshops innerhalb der Kategorien säuberlich nach PLZ sortiert sind! Entschuldigung, aber wieso sollte jemand einen Onlineshop aufgrund einer PLZ suchen? Bin dankbar für weiterführende Erklärungen – an Pfingsten geht’s ja am ringsten.


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Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

5 KOMMENTARE

  1. […] Warum diese Form von Verzeichnis für den E-Commerce vollkommen untauglich ist und erst noch behauptet wird, das Suchen von Onlineshops in Suchmaschinen sei lästig und ein Stress, liest man drüben im carpathia: e-business // e-commerce Blog: “Shopping Aktuell – Das Onlineshopverzeichnis in Papierform – nein Danke.“ […]

  2. @pierre
    Ja, das wird wohl auch treibende Kraft hinter der Publikation des Baurverlags sein und auch der Grund, warum kaum ein erfolgreicher Shop mitgemacht hat. Die haben wohl den Sinn dieser Publikation auch nicht gesehen 😉

  3. Ohne dass ich das Produkt gesehen habe, bin ich der gleichen Ansicht. Das kann nur Schrott sein, erfunden von einem Papiertiger.

    Ein anderes Beispiel eines unnützen Verzeichnisses:
    Letztes Jahr waren wir in Kanada mit dem Camper unterwegs. Bei den offiziellen Tourismusbüros haben wir dann unterwegs Führer für die Campgrounds erhalten. Die Verzeichnisse der Campingplätze waren nach Ortschaften alphabetisch ausgelistet, ohne eine Karte. Wer weiss schon, wo Kelowna, Vernon und Okanagan sind (ausser beim letzteren vielleicht der Weinliebhaber). Unterwegs habe ich dann das Handy gezückt, auf Google Maps “Campgrounds Okanagan Lake” eingegeben und habe fein säuberlich mit Geoposition die Campgrounds angezeigt erhalten. Ein Klick, die Adresse und Tel.nr. wurde eingeblendet, ein Anruf, ob noch Platz frei ist und dann per Navi zum Campground. Print war da einfach um Welten unterlegen.

    Wie lange gibt es noch Leute, die im Printmedium ein Verzeichnis anbieten? Print hat seine Vorteile, aber nicht bei Verzeichnisdiensten.

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