Brennpunkt E-Commerce Schweiz: «Benachteiligt, zu langsam und oft falsch konzipiert»

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Die Netzwoche setzte vergangene Woche einen Brennpunkt E-Commerce Schweiz und hierzu verschieden Beiträge und Interviews, unter anderem mit Patrick Kessler, Prof. Ralf Wölfle und Thomas Lang.

Brennpunkt E-Commerce Schweiz der Netzwoche mit Patrick Kessler, Ralf Wölfle und Thomas Lang
Brennpunkt E-Commerce Schweiz der Netzwoche mit Patrick Kessler, Ralf Wölfle und Thomas Lang

Die verschiedenen Experten beleuchteten die aktuelle Situation im Schweizer Onlinehandel aus unterschiedlichen Perspektiven. Nachfolgend die wichtigsten Passagen sowie Verweise auf die Beiträge bei der Netzwoche.

Patrick Kessler, VSV: «Ausländische Onlineshops kämpfen mit längeren Spiessen»

Onlinehändler aus Übersee verzeichnen rasant wachsende Umsätze in der Schweiz. Der Erfolg ist aber nicht auf Produkte und Dienstleistungsqualität zurückzuführen, sondern massgeblich auch auf wettbewerbsverzerrende Faktoren.

Die Auslandsvolumen werden teilweise begünstigt von vorteilhaften Versandtarifen und Paketformaten: So wird heute eine Warensendung mit Abgang in China in der Schweiz günstiger zugestellt als ein Schweizer Paket (…) So kann Aliexpress beispielsweise einen Lederfussball in der Schweiz als Brief verschicken, während ein Schweizer Händler dieses Produkt immer als Paket versenden muss.

Eine weitere Sorge ist, dass diese Paketmengen zunehmend unkontrollierbar ins Land gelangen – es können nur kleine Mengen stichprobenartig (manuell) geprüft werden. Die Wahrscheinlichkeit der Falschdeklaration und Steuer-Umgehung steigt mit jedem zusätzlich importierten Paket an. Ebenso erhöht sich das Risiko, dass gefährliche beziehungsweise unkontrollierte Materialien, Elektrogeräte, Waffen und auch Medikamente in Umlauf gelangen.

Zum vollständigen Beitrag von Patrick Kessler bei der Netzwoche.

Prof. Ralf Wölfle, FHNW: «E-Commerce: Zu langsam vorwärts bedeutet rückwärts»

Schweizer Onlineanbietern droht, gegenüber ausländischen Wettbewerbern zurückzufallen – auch wenn Kunden nicht primär preisorientiert entscheiden. Selbst aus der lokalen Nähe scheint sich kein nachhaltiger Vorteil machen zu lassen. Den Ausweg blockiert eine mentale Barriere.

Verfügbarkeit und Lieferoptionen, Convenience und ansprechende Kaufanregungen sind solche anderen Faktoren. Alle Onlineanbieter, die es sich leisten können, arbeiten seit Jahren daran, den Benchmarks ihrer Branche möglichst nahe zu kommen. Die Best-in-Class-Player sind allerdings schon dabei, in ganz neue Leistungsdimensionen vorzudringen. In vielen Branchen ganz vorne stehen Amazon und Zalando.

Wirft man den Blick auf ein anderes Feld, die Logistik, in der die örtliche Nähe eigentlich ein Vorteil sein müsste, sollten sich Schweizer Anbieter nicht zu sicher fühlen. Denn einerseits werden die Lieferprozesse aus dem Ausland derart optimiert, dass die grenzüberschreitende Lieferung binnen 48 Stunden eine Standardoption werden dürfte. Und andererseits ist zu beobachten, dass Versender wie Amazon und Zalando, bei Lebensmitteln auch Picnic, die Standardleistungen grosser Paketdienste um eigene, selbst gesteuerte Premium-Logistik-Services erweitern.

Zum vollständigen Beitrag von Ralf Wölfle bei der Netzwoche.

Thomas Lang, Carpathia: «Viele Onlineshops sind schlicht falsch konzipiert»

Ob Amazon, Digitec oder Siroop – Onlinehändler haben für viele Schlagzeilen gesorgt. Wie sich der E-Commerce aktuell entwickelt, wohin es die Schweizer Onlineshops treibt und was Kunden erwarten.

Viele Onlineshops sind schlicht falsch konzipiert und es sind technische Lösungen. Sie erfüllen kaum ein Kundenbedürfnis. Andere verkaufen einfach „nur“ Produkte und – mit Verlaub – das kann heute jeder und oftmals günstiger. Erfolgreicher Digital Commerce beginnt beim Kunden und stellt diesen ins absolute Zentrum. Oder etwas verdichtet gefragt: Welcher Zielgruppe löse ich in welcher Situation welches Problem absolut convenient? Da liegt oft die Essenz.

Ganz allgemein sehe ich einen Trend dahin, dass Technologie immer menschlicher wird. Ich nenne es auch den Abschied von der CTRL-ALT-DEL-Generation. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz oder Machine Learning ermöglichen Anwendungen wie Voice, Chat und vieles mehr, die unserem natürlichen Umgang mit Kommunikation einfach viel mehr entsprechen. Die Hürden werden damit deutlich tiefer, auch für den Onlineeinkauf.

Zum vollständigen Interview mit Thomas Lang bei der Netzwoche.



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