April 2011
Monats-Archiv
Vanilla – der Traum ist dahin geschmolzen
Die Ringier Konzernleitung hatte gerade Mal knapp 8 Monate Geduld, die mobile Payment, Loyality und Couponing Lösung vanilla am Leben zu erhalten. Heute wurde diese Dienstleistung völlig überraschend eingestellt. 3 Wochen nach der Auszeichnung mit Gold in der Kategorie “Innovation” am Best of Swiss Web 2011.
Wir waren ja von Anfang an kritisch eingestellt gegenüber Vanilla, weil sie keinen klaren Fokus aufwies. Das Konzept war nicht zu Ende gedacht, der Business-Case war nicht schlüssig. Technologisch überzeugend umgesetzt war die Anwendung überladen, sie wollte zu viel. Weniger wäre mehr gewesen. Vor allem aber fehlt ihr eines; die Community!
Vanilla ist war eine “take it or leave it” Anwendung, oder wie es unlängst auch formuliert wurde; “buy or fuck off”. Ganz im Stil von; das ist das Angebot, bedien Dich. Aber sag uns auf keinen Fall, was Du magst, von was Du mehr möchtest und wo wir falsch liegen.
Völlig unverständlich ist das Aus zum jetzigen Zeitpunkt. Um uns herum boomen mobile Couponing Lösungen, Location Based Deals und vieles mehr. Unlängst haben wir an einer Konferenz die Frage aufgeworfen, ob die Groupon-Klone das mobile Rennen machen werden oder doch Facebook mit Deals und Places. Ersteres hat sich zwischenzeitlich konkretisiert, Groupon hat Whrrl übernommen.
Dass Ringier Vanilla den Stecker gezogen hat zeigt einmal mehr, dass man beim Medien Konzern das E-Business einfach nicht verstehen will oder kann. Mit Vanilla war man bzgl. mobile Lösung in der Poleposition, hätte die einmalige Chance gehabt, das Couponing-Geschäft aufzubauen und den Markt strategisch zu besetzen. Mit Ringier einen starken bekannten Partner im Hintergrund der für Vertrauen steht. Man hätte etwas mehr Geduld benötigt – Geduld, die man wohl bei der Lancierung eines Printproduktes gerne mal 3-5 Jahre walten lässt.
Vanilla wurde lanciert als “strategischen Stossrichtung zum Ausbau der Internet-Aktivitäten im Bereich transaktionsbasierter Plattformen”, so der Wortlaut aus der Medienmitteilung vom 15.9.2010. Das Ende nach 8 Monaten zeugt wenig von strategischer Stossrichtung oder vielmehr, dass es nach wie vor keine Strategie beim Medienhaus gibt. Geschenkidee.ch bleibt nach wie vor die einzige funktionierende Transaktionsplattform im Ringier-Portfolio die sich nicht um totes Holz dreht – notabene hat man den Geschenke E-Commerce Pionier für gutes Geld eingekauft. Auch dort muss man aufpassen, dass man den Zug nicht verpasst. Die Plattform mutet immer “Eins-Nulliger” an.
Schade, mit Vanilla vergibt man eine einmalige Chance und wirft eine technologische Innovation weg. Aber evtl. haben wir doch noch recht, und Vanilla wird mit SI-Style verschmolzen, dem Augmented Reality Shop-Finder aus dem selben Haus. Anfangs Oktober 2010 haben wir schon prognostiziert:
“Während die SI-App mehr auf die lokalen Stores und die Integration von Augmented Reality setzt, ergänzt Vanilla das Shopping-Vergnügen mit der mobilen Payment Anwendung. Gut möglich, dass diese Apps in naher Zukunft verschmelzen werden.”
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13 Apr 2011 10:44 am
Herausforderungen im Online-Lebensmittelhandel
Am diesjährigen Internetworld-Kongress in München wurde ich kurzfristig gebeten, anhand der Beispiele aus der Schweiz die Herausforderungen im Online-Lebensmittelhandel zu zeigen. Das Referat ersetzte den Vortrag von Lutz Preussner von froodies, der krankheitshalber ausgefallen ist.
Nachfolgend die Folien des Vortrages, die u.a. auch dank der sehr offenen Informationspolitik von LeShop so auf die Schnelle möglich waren:
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E-Business&E-Commerce
11 Apr 2011 11:18 am
Mobile Commerce – unterwegs einkaufen wird immer beliebter
Mehr als 1,5 Millionen Smartphones wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz verkauft, die Hälfte davon iPhones. Die Dichte von Apples Telefon wird auf rund 1 Mio. geschätzt. Der mobile Zugang zum Web verändert auch den Handel. Der Trend zu E-Commerce geht weiter. Wo stehen wir in der Schweiz in Sachen Mobile Commerce?
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Marketing + Kommunikation haben wir uns den mobilen Shopping Lösungen gewidmet.
- Bedeutung des Mobile Commerce für den Schweizer Handel
- Wie lassen sich die Kanäle mit den Smartphones verschmelzen
- Mobile als der am schnellsten wachsende Vertriebskanal
- Wie iApps das stationäre Angebot mobil konsolidieren können
- Location-Based-Coupons und -Informationen
Zudem beantworten wir darin die Frage, mobile App oder mobil optimierte Website? Denn spätestens wenn es darum geht, die nächste Plattform nach Apple (Android, Windows Phone etc.) für den mobilen Shopping Kanal zu optimieren, wird der CFO die Entscheidungsträger mit dieser Frage konfrontieren.
Die Liste der aktuellen Schweizer Shopping-Apps oder shop-ähnlichen iPhone Anwendungen wurde zudem aktualisiert:
Der ganze Artikel in der aktuellen Marketing + Kommunikation (PDF-Download) sowie weitere Artikel rund um das Thema Onlinevertrieb.
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10 Apr 2011 11:06 am
Interaktives Shopping – 3LiveShop als mögliche Zukunftstechnologie?
Das schwedische Unternehmen B-Reel hat kürzlich eine Technologie vorgestellt, wie in Zukunft der Distanzhandel auch funktionieren könnte.
Als eine der Hemmschwellen im E-Commerce wird oft die fehlende Beratung genannt. B-Reel glaubt nun, mit ihrer entwickelten Lösung hier Abhilfe schaffen zu können:
Der Betrieb einer solchen Lösung dürfte sich als zu personalintensiv gestalten und widerspricht generell der hohen Skalierbarkeit von E-Commerce Konzepten.
Dieser Ansatz könnte jedoch im Bereich von Customer-Care, beratungsintensiver Artikel wie auch in Premium-Segmenten durchaus Anwendung finden. Oder im dedizierten Einsatz beim Shop-Monitoring, bei welchem beim Überschreiten definierter Grenzwerte sich Beratungspersonen in den Kaufsprozess einschalten, ähnlich wie dies Capalogic bereits länger anbietet.
(Danke @dworni für den Hinweis)
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04 Apr 2011 10:13 am
Buchpreisbindung in der Schweiz – Referendum gestartet
Vorbemerkung: Carpathia ist ein politisch neutrales Unternehmen und äusserst sich generell selten zur Politik. Im Zusammenhang mit der vom Parlament beschlossenen Wiedereinführung der Buchpreisbindung machen wir eine Ausnahme, da wir diesen Schritt in die Vergangenheit schon mehrmals im Zusammenhang mit dem E-Commerce in diesem Blog thematisiert haben.
Aus diesem Grund übernehmen wir den nachfolgenden Blogbeitrag von Karsten Füllhaas ungekürzt und mit seiner freundlichen Genehmigung:
Letzte Woche haben wir noch alle über die Eröffnung von “amazon stores” in der Schweiz als 1.April-Scherz gelacht. Nun gilt es im Schweizer Buchhandel wieder ernst – das Referendum gegen die vom Parlament beschlossene Buchpreisbindung läuft. Ab sofort stehen die Unterschriftenbögen zum Download und zum Unterschreiben bereit. Die Webseite der überparteilichen Kampagne findet man unter www.buchpreisbindung-nein.ch.
Dies sind die Argumente gegen die Buchpreisbindung:
Wir sagen gemeinsam NEIN zu teuren Büchern und NEIN zur Buchpreisbindung, denn:
- dies erhöht die Buchpreise und schröpft die Konsumentinnen und Konsumenten,
- es profitieren vor allem marktmächtige, ausländische Grossverleger,
- es bedroht kleinere konkurrenzfähige Buchhandlungen in ihrer Existenz und fördert den Einkaufstourismus,
- es zementiert überholte Strukturen und bestraft flexible KMU-Betriebe,
- dies ist keine taugliche Massnahme zur Förderung der Vielfalt und Qualität des Kulturgutes Buch sowie der Schweizer Autoren,
- im Zeitalter des grenzüberschreitenden Internethandels können Fixpreise nicht durchgesetzt werden. Verlierer sind Schweizer Onlinehändler, die sich an das Gesetz halten. (Quelle)
Widerstand gegen das Gesetz hatte sich bereits unmittelbar nach dem Parlamentsentscheid am 18. März 2011 formiert.
Die Referendumsfrist läuft bis zum 7. Juli 2011, das Komitee bittet, die Unterschriftenbögen bis zum 24. Juni 2011 zurückzusenden.

Unterschriftenbögen stehen hier zum Download bereit.
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04 Apr 2011 08:45 am
Wie es Facebook, Amazon und Google so gefällt
Vor rund einem Jahr führte Facebook den “I Like” Button ein, der seither einen fulminanten Siegeszug rund um die Websites dieses Planeten führt. Facebook schaffte es damit unter anderem, dieses “Social” in das gesamte Web hinauszutragen. Wo auch immer ich mich befinde: Ich sehe, was wem aus meinem Freundeskreis gefällt. Ein wahrer Mehrwert finde ich.
Besonders im E-Commerce ist der Facebook Like-Button nicht mehr wegzudenken. Dieser beschert Zuckerbergs Netzwerk die wohl wertvollste Datensammlung über soziale Beziehungen, Präferenzen und vieles mehr – und das ist es wohl, was Facebook so verdammt wertvoll macht (vom kapitalistischen Standpunkt her betrachtet).
Vergangenen Sommer kündigte Amazon an, den sog. Social-Graph auch für ihre Recommendations anzuzapfen und damit die Produkt-Empfehlungen noch präziser zu gestalten.
Google lancierte vergangene Woche seinen “+1″ Button. Vorab von vielen als kläglicher Versuch taxiert, im Bereich Social-Network wieder Boden gut zu machen. Auch ich bin äusserst skeptisch, ob sich das bei Facebook sozusagen manuell aus dem sozialen Netzwerk zusammen getragene Wissen über einen Algorithmus gleichwertig erzeugen lässt. Vorab nutzt Google die “+1″ von Personen aus meinen Kontakten, d.h. diese sind vorab schwer zu interpretieren in welcher Beziehung sie zu mir stehen. Zudem wird der Registrierungsmechanismus als zu kompliziert eingestuft – wen wundert’s, bei einer Techie-Lösung. Aber ich traue Google doch irgendwie zu, dass sie über gescheite Algorithmen die Beziehungen zu meinen Kontakten über ähnliche Verbindungen in Social-Media Kanälen wie Twitter, Facebook, Xing & Co. werten können. Ich bleibe mal gespannt.
Etwas vergessen ging in diesem ganzen PR-Hype, dass auch Amazon vor einigen Wochen einen eigenen “gefällt mir” Button lanciert hat. Im November 2010 wurden über Testversuche berichtet, seit ca. Februar ziert Amazon.com der eigene “gefällt mir” Button, seit einigen Wochen ist er auch auf Amazon.de allgegenwärtig.
Im Unterschied zu Google “+1″ ist Amazons “gefällt mir” zwei stufig aufgebaut und integriert Facebook. Wer einen Amazon Artikel “liked”, der kann mit einem zweiten Klick diesen Artikel auch auf Facebook liken. Der primäre Like geht also in den eigenen Datensilo zur Verbesserung der Recommendations, der zweite trägt ihn hinaus in die “weite Facebook Welt”.
Interessant, welchem Konzept mehr Erfolg bescheiden sein wird; Google mit der eigenen proprietären Schiene oder Amazon, dass mit einem zweiten Klick auch Facebook berücksichtigt.
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03 Apr 2011 09:30 am
Protexa als Online- und Fulfillment-Partner für Fashionanbieter
Die Luzerner Protexa Online AG betreibt verschiedene Fashion-Verticals in der Schweiz und wurde v.a. bekannt mit underwear24.ch. Nun bietet sie ihre E-Commerce Kompetenz inkl. Fulfillment auch anderen Modehändlern an.
Für die Berner Mode Bayard Group lancierte Protexa unter der Dachdomäne fashion-ch.ch gleich 4 Onlinestores nach dem selben Strickmuster für folgende Fachhändler, die insgesamt 18 regionale Multilabel Stores betreiben:
Der Schweizer Fashionbereich ist derzeit sehr stark im Wandel und zahlreiche stationäre Händler drängen in den Onlinemarkt. Nach Companys, Schild, Charles-Vögele geht bald auch PKZ/Feldpausch mit thelook.com an den Start.
Nach internationalem Vorbild wurde kürzlich auch das Joint Venture zwischen Grieder und fashionfriends.ch publik. Nun bietet also auch Protexa Mode-Händlern eine komplette E-Commerce Lösung inkl. Fulfillment an.
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02 Apr 2011 11:47 pm
Onlinehandel Schweiz – Studienergebnisse
Am vergangenen Dienstag wurden am St. Galler Internettag – durchgeführt im zürcherischen Rüschlikon – die Ergebnisse der alle zwei Jahre durchgeführten HSG-Studie zur Internetnutzung Schweiz vorgestellt. Von der “magischen Zahl” – dem Onlineumsatz von CHF 8.68 Mrd. – wurde bereits berichtet.
Nachfolgend einige ausgewählte Ergebnisse aus der Studie:
Online-Wachstum durch Vielkäufer getrieben
Das Wachstum von 48% über zwei Jahre im Schweizer Onlinehandel (Services und Güter) wird vor allem durch Vielkäufer getrieben:

Demnach bestreiten die 300’000 als Vielkäufer identifizierten Nutzer knapp 80% des gesamten Schweizer Onlinehandels. Vielkäufer sind nach Terminologie der Studie Nutzer, die mindestens einmal wöchentlich einen Einkauf tätigen. Hingegen kaufen Mehrfachkäufer mind. halbjährlich und Einfachkäufer nur einmal pro Jahr.
Silver Surfer sind die umsatzstärksten Kunden

Die über 55-jährigen Internetnutzer, gemeinhin als Silver-Surfer bekannt, haben in den vergangenen 2 Jahren am stärksten zugelegt und ihre Onlineumsätze mehr als verdoppelt. Diese Käufergruppe gilt als kaufkräftig, jedoch auch als kritisch gem. anderen Untersuchungen. Laut der HSG ist es jedoch auch die Zielgruppe, die im Vergleich am wenigsten auf den Preis achtet.
Der neue Auswahlprozess

Interessant ebenfalls die neuen Markenkontaktpunkte. Wo wir in unserer Branche ja schon länger immer wieder darauf hinweisen, wird nun auch von der renommierten HSG bestätigt. Der Auswahlprozess ändert sich. War es früher ein ganz klarer Entscheidungstrichter, ist es heute ein iterativer Prozess. Und dieser neue Prozess setzt eine starke Vernetzung und Integration sozialer Netzwerke wie Twitter und Facebook voraus. Entscheidungen zur Marken- und Produktwahl erfolgen vermehrt im Austausch mit dem sozialen Graphen.
Fazit
Als Fazit zur Internetnutzung der vergangenen 10 Jahre in der Schweiz schliesst die HSG-Studie wie folgt:
- Das Internet ist heute fester Bestandteil unseres Lebens. Die Alltagseffizienz ist gestiegen.
- Das Informations-Internet hat sich zum sozialen Internet entwickelt und verändert dadurch nicht nur das soziale Miteinander.
- E-Commerce hat in 10 Jahren fast 10% zum Schweizer Handelsvolumen hinzugefügt und baut künftig mit dem Trend zum Cross-Channel Management seinen Wertschöpfungsanteil zulasten stationärer Händler aus.
- Mit M-Commerce findet die Unterscheidung zwischen Online-Handel und stationärem Geschäft nur noch in den Managerköpfen statt.
Die gesamte Studie ist kostenpflichtig und kann online direkt bestellt werden bei der Universität St. Gallen.
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Best of Swiss Web: Jury zeichnet Mobile Shopping App Ex Libris aus
Am vergangenen Donnerstag fand die Award-Night der Best of Swiss Web statt. Von den 306 eingereichten Projekten wurden 12 für den Master nominiert. Daneben wurden Bronze, Silber und Gold Auszeichnungen in 9 Kategorien vergeben.
Unser Kunde Ex Libris war mit seiner mobilen Shopping Lösung (auf iPhone, bald auch auf Android) bei 3 Kategorien angemeldet.
Realisiert wurde die Lösung in einer Rekordzeit von 2 Monaten von youngculture in enger Zusammenarbeit mit Neolution (Backend-Anbindung / Webservices) sowie Komponenten von Datatrans (inApp Payment), Kooaba (Cover-Fotosuche), Mirasense (Barcode-Suche), Epoq (Search und Recommendations) sowie uns von Carpathia (Konzeption und Beratung). Die Jury vergab folgende Auszeichnungen:

Ex Libris Mobile Shopping App: Bronze in Usability und Silber in Business Efficiency am Best of Swiss Web 2011
Wir gratulieren herzlich zu diesen Kategorien-Auszeichnungen wie auch zur Nomination zum Master. Lag ExLibris nach der Leserwahl hier noch auf dem zweiten Platz eng zusammen mit 3 weiteren Projekten, wurde immer noch der für eine iApp bemerkenswerte 5 Rang (von 306 Projekten) nach der Schlussabstimmung im Saal erreicht.
Der Master ging verdient an das hervorragende Projekt Migipedia.
Wir gratulieren zudem unseren Kunden myswisschocolate.ch (Bronze Online Marketing) sowie Pfister (Gold in Usability) für diese Ehrungen. Bei diesen beiden ausgezeichneten Projektarbeiten waren wir nicht unmittelbar involviert – freuen uns jedoch ebenso mit!
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01 Apr 2011 08:45 am
Amazon Stores: E-Commerce-Pionier will Filiale in der Schweiz eröffnen
Update 1. April 2011 22:22: Natürlich war diese Meldung nur ein Aprilscherz – ein möglicher Eintritt von Amazon in den stationären Schweizer Buchhandel hat aber hier und dort für Beunruhigung gesorgt und auch recherchierende Journalisten wurden in die Irre geführt – Danke fürs Mitlachen!
“Ich hole mir das Buch über Mittag schnell bei Amazon.” Tönt verrückt? Ist es aber nicht. Die Mutter aller Onlineshops wagt den Schritt in den stationären Handel – und hat sich die Schweiz als Testmarkt ausgesucht.
Der US-amerikanische Pionier machte schon des öfteren mit unkonventionellen und antizyklischen Konzepten auf sich aufmerksam. Nun kommen die Amazon Stores. Und die Zeichen stehen gut, dass die allererste dieser Buchhandlungen in der Schweiz eröffnet wird. Die Schweiz wird ja oft als Pilotmarkt und Test in verschiedener Hinsicht benutzt – aber warum jetzt auch vom E-Commerce Pionier?
Am Rande des internettag.ch ist durchgesickert, dass Amazon zum Cross-Channel Händler wird. Retail-Europachef Greg Greedy machte denn auch deutlich:
“Die Schweiz ist hochgradig internet-affin und technologisch sehr weit. Zudem zeigt sie sich aufgeschlossen neuen Trends gegenüber. Auch die Mehrsprachigkeit ermöglicht uns, das Konzept gleich in mehreren Sprachregionen zu testen.”
Auf die Frage, wie weit die so gut wie beschlossene Buchpreisbindung für den Standort Schweiz ausschlaggebend war, meinte Greedy süffisant: “Amazon ist ein wirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen.” Die vom neuen Gesetz quasi garantierten fetten Margen seien für diesen Pilot schon fast eine Defizitgarantie.
Dieser Rückschritt der Schweizer Regierung scheint den Amerikanern wohl nicht entgangen zu sein. Gut möglich, dass sie das angekündigte Referendum bekämpfen werden. Also lieber teuer stationär verkaufen statt an den Kontrollen vorbei billig aus dem Ausland in die Schweiz.
Es scheint also, dass die Schweizer einmal mehr zur Kasse gebeten werden. Nicht nur müssen sie zu tief ins Portemonnaie für Literatur greifen, sondern dürfen auch noch Amazons stationären Pilot finanziell absichern.
Nun wird also aktiv nach einem urbanen Standort in der Schweiz gesucht. Im Angebot sollen vorab Bücher, Musik und Multimedia stehen. Weitere Sortimente werden fortlaufend geprüft. Man darf gespannt sein, ob auch bald Bananen erhältlich sein werden in direkter Konkurrenz zur Migros & Co.
Aber ganz ohne Digital geht es dann doch nicht. Die Amazon Stores sollen alle mit einer Tankstelle für den erfolgreichen E-Book-Reader Kindle ausgerüstet werden: Leere Kindles können während dem Aufenthalt in der Buchhandlung kostenlos mit Strom aufgeladen werden. Als Zückerchen gibt es für jedes gekaufte Buch (Taschenbücher ausgenommen) gratis das beliebte Wiktionary aufgespielt.
Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Welcher Standort ist der beste?
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