Ladensterben erreicht neuen Höchststand in den USA und wütet auch in der Schweiz

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Sorry, we're closed - Ladensterben in den USA und der Schweiz - Bild: Fotolia
Sorry, we’re closed – Ladensterben in den USA und der Schweiz – Bild: Fotolia

Das Ladensterben in den USA hat sich weiter beschleunigt und erreicht einen neuen Höchststand in den USA.

Dieses Jahr sollen laut CNBC mehr als 12’000 Ladengeschäfte schliessen, das ist fast doppelt so viel wie der gesamte Bestand an Ladengeschäften in der Schweiz, der in etwa rund 6’500 Standorte umfasst.

Darunter grosse Namen wie Victoria’s Secret, Abercrombie & Fitch, GAP, Pier1 Imports, CVS,  Topshop, Bed Bath & Beyond und viele bekannte mehr. Darunter auch die Warenhäuser von JC Penny. Das Traditionshaus Sears hat bereits letztes Jahr aufgeben müssen (Sears: Aufstieg und Fall einer US-Versandhandels und -Retail Ikone).

Der aus London stammende Fastfashion Anbieter Topshop hat für sein US-Geschäft gar Gläubigerschutz beantragt.

Fast-fashion chain Topshop is shutting all 11 of its stores in the U.S. The retailer’s London-based parent company, Arcadia Group, filed for bankruptcy protection in May, citing “challenging retail headwinds, changing consumer habits and ever-increasing online competition.”

Ebenfalls unter Gläubigerschutz / Chapter 11 ging Schmuck und Accessoire Anbieter Charming Charly der in seinem Onlineshop ankündigt: We are unable to take orders at this time!

Und der Schuh-Discounter Payless ShoeSource meldete bereits im Februar insolvenz an und schliesst alle seine 2’500 Fillialen in den USA.

Viele Handelsmodelle haben sich überlebt oder sind von den Online-Modellen arg unter Druck, die auch mit stationären Konzepten in der Fläche für zusätzlichen Wettbewerb sorgen.

Erwähnenswert sind neue, primär digital entstandene Brands, wie der Onlineoptiker und Brillenhersteller Warby Parker, Matratzen als Lifestyle-Produkt Hersteller Casper oder der Anbieter von nachhaltiger Mode Allbirds die den Retail neu erfinden und online und offline geschickt verzahnen.

Ladensterben wütet auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz wurden im vergangenen Jahr insgesamt 541 Filialen geschlossen während nur 170 neu geöffnet wurden, wie dem Retailatlas zu entnehmen ist.

Die Handelszeitung hat im April die Ladenschliessungen in der Schweiz untersucht. Vor allem das Scheitern von OVS (Oviesse / ex Charles Vögele) hat hierzulande zu massiven Shutdowns von Flächen geführt.  (Ausverkauf im Schweizer Modehandel: OVS mit Charles Vögele gescheitert, Vögele Shoes nach Polen verkauft).

Anders bei Ex Libris, wo ebenfalls der Grossteil der Flächen geschlossen wurde weil es rechtzeitig gelang, das Handelmodell zu drehen (Ex Libris transformiert vom Filialisten zum Pureplayer).

Und andere Konzepte, die ins Ausland verkauft wurden, haben ihre Flächenexpansion überdacht. Erwähnenswert hierbei sei Office-World, das die Migros im Oktober nach Österreich verkaufte. Der anfänglich angekündigte Ausbau von Filialen ist mittlerweile dem Rotstift zum Opfer gefallen.


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1 KOMMENTAR

  1. Na ja, ist es nur de E-commerce oder etwa auch die übersetzten Mietpreise! Vergleichen wir doch mal einen Mietpreis pro qm einer Wohnung, die ja bekanntlich voll ausgestatet ist – Küche, Bad, separate Toilette, usf, mit einem Ladenlokal das ja meistens ohne Innenausbau vermietet wird! Es ist nun an der Zeit dass die Immobilien-vermieter über Ihre Bücher gehen.

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