Commerce Report – Das Corona-Jahr aus Perspektive der Branchen (2/3)

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Im ersten Beitrag zum Commerce Report Schweiz, haben wir uns angesehen wie das Corona-Jahr aus Perspektive der einzelnen Unternehmen verlaufen ist. In diesem Teil liegt der Fokus auf der Konsumgüterbranche als ganzes sowie einzelnen Teilbranchen. Der ganze Commerce Report kann hier heruntergeladen werden.

Der Schweizer Detailhandel 2020

Ein paar Zahlen zum Schweizer Detailhandel werden hier kompakt zusammengefasst, ausführlicher diskutiert werden die Zahlen in diversen Blogbeiträgen, so zum Onlinehandelswachstum oder bei der Betrachtung der Umsatzstärksten Schweizer Onlineshops.

Der Schweizer Detailhandel schloss das Pandemie-Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 2.2 Prozent ab. Zulegen konnte besonders die Food- und Supermarktbranche, welche keinem Lockdown unterlag, so dass diese ihr Ergebnis im Vorjahresvergleich um 8.9 Prozent steigerten. Ein Umsatzrückgang von 3.7 Prozent mussten hingegen die Nonfood-Bereiche.

Für 13.1 Mrd. CHF bestellten die Konsumierenden 2020 im Online- und Distanzhandel. Damit konnte sich der Onlinehandel um 25.8 Prozent gegenüber Vorjahr steigern und liegt damit deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum von 9 Prozent. Die 30 Umsatzstärksten Onlineshops der Schweiz konnten ihren Umsatz dabei gemäss dem Gesamtmarkt steigern. Damit konnte der Marktanteil von gut 60 Prozent nicht weiter ausgebaut, jedoch gehalten werden.

Die ausländischen Anbietenden

Die ausländischen Anbieter sind unterproportional gewachsen, dies bereits 2019, wobei sie in den Vorjahren ein überdurchschnittliches Wachstum hingelegt haben. Die Panelteilnehmenden gehen bei den ausländischen E-Commerce Anbietenden dann auch von einem leicht steigenden Marktanteilsgewinn aus (vgl. Abbildung 1). Dabei liegt das Wachstum von bis zu 2 Prozent pro Jahr tiefer, als das Wachstum welches die ausländischen Anbieter vor 2019 hingelegt haben.

Abbildung 1: Erwartung der Entwicklung ausländischer Anbietenden – Quelle: Commerce Report Datatrans & FHNW

Branchenentwicklung

Die Menschen haben im 2020 mehr Zeit zuhause verbracht, dies bedingt durch Lockdown, Home-Office oder Kontaktbeschränkungen. Diese Verhaltensänderung hatte vielfältige Auswirkungen auf den Konsum. Güter die zuhause gebraucht werden oder das zuhause verschönern, haben profitiert.

Interessant ist, dass die Panelteilnehmenden ihre Branche in der Tendenz weniger Positiv einschätzen als das eigenen Unternehmen während dem Corona-Jahr (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 2: Beurteilung der eigenen Branche für das Corona-Jahr – Quelle: Commerce Report Datatrans & FHNW

Lebensmittel-Handel auf der Überholspur

Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs konnten ihr Umsatzvolumen um 8.9 Prozent steigern. Eine seit Jahrzenten nicht mehr dagewesene Steigerung die wohl von den wenigsten für möglich gehalten wurde.  Auch online hat die Branche einen riesigen Sprung gemacht und ein Wachstum von 37 Prozent hingelegt. Dies ist insofern beeindruckend, als dass sich der E-Commerce in der Lebensmittelbranche nur äusserst langsam entwickelt hat – 2019 lag der Online-Anteil bei unter drei Prozent.

Der Report legt mehrere Faktoren dar, welche zu diesem starken Boom beigetragen haben. So werden eine Reduktion der Kaufkraftabflüsse ins Ausland, Reduktion der Ausser-Haus-Verpflegung sowie einer höheren Ausgabebereitschaft für Lebens- und Genussmittel genannt.

Trotz dem Fahren auf der Überholspur, herrscht keineswegs nur Jubel führt der Report weiter aus. Denn es benötigte enorme Aufwände, um die Schutzkonzepte umzusetzen und andere Anpassungen im Zusammenhang mit dem geänderten Kundenverhalten vorzunehmen. In grösseren Filialen, so zeigt ein Beispiel der Migros Aare, ist den Detaillisten der Umsatz stark eingebrochen. Hingegen konnten kleinere Läden die näher am Wohnort der Kundschaft liegen, mehr Umsatz generieren.

Der Report schliesst das Kapitel über den Lebensmittel-Handel, mit der Bemerkung dass der Schweizer Lebensmittel-E-Commerce perfekt zur Schweiz passe:

Dazu gehört, dass die Angebote im Vergleich zu solchen im Ausland nicht günstig erscheinen. Das ist die einzige Angriffsfläche, wie in anderen Branchen auch.



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