Rekordmenge an Paketen und der China-Päckli-Tsunami

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Die Schweizer Post vermeldete einen Paketrekord in der Vorweihnachtszeit was die Dynamik des Onlinehandels widerspiegelt. Ebenso ein Abbild des Digital Commerce ist, dass bei der Post die Weihnachtszeit mittlerweile bereits Ende November am Black-Friday beginnt und bis in den Januar dauert.

Dies alles nur Vorboten, dass das Jahr 2018 der Post wohl gesamthaft ein neues Rekordvolumen an Paketen bescheren wird. Anders als im benachbarten Ausland ist hierzulande noch kaum etwas von Kapazitätsengpässen zu hören. Den Ambitionen der Onlinehändler scheinen dadurch kaum Grenzen gesetzt.

80’000 China-Pakete pro Tag

Eine Zahl in der Meldung der Post lässt besonders aufhorchen nebst dem, dass der grenzüberschreitende Onlinehandel in der Schweiz schon länger stärker zulegt als der inländische:

Unter den zugestellten Sendungen befinden sich im Schnitt täglich gut 120’000 Kleinwarensendungen aus dem Ausland, davon 80’000 Sendungen aus dem asiatischen Raum.

Deren Volumen hat aufgrund des grenzüberschreitenden Onlinehandels massiv zugenommen.

Die Flut an China-Paketen nimmt exponentiell zu. Nicht zuletzt auch darum haben wir letzte Woche resümiert, dass Alibaba den Schweizer Handel mehr in Bedrängnis bringt als Amazon.

2017 kamen noch täglich rund 45’000 Pakete aus China an, nun sind es in der Vorweihnachtszeit bereits rund 80’000. Eine knappe Verdoppelung nachdem in den Vorjahren diese Volumen jeweils stark angestiegen sind. Oder wie Patrick Kessler vom VSV es zusammenfasst:

Dieser Päckli-Tsunami aus China wurde bereits zu Jahresbeginn von SRF gut dokumentiert im empfehlenswerten ECO Spezial „Supermacht China – eine ökonomische Bedrohung?“ mit dem Fokus-Beitrag „Günstige China-Päckli boomen„.

Kleinsendungen aus Asien in die Schweiz 2015-2018 - Quelle: SRF Eco und Schweizer Post - Grafik: Carpathia
Kleinsendungen aus Asien in die Schweiz 2015-2018 – Quelle: SRF Eco und Schweizer Post – Grafik: Carpathia

Bis 2020 sollen es laut der Post schon über 40 Mio. Pakete sein. Die Probleme damit liegen auf der Hand und wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen:

  1. Sendungen sind grossmehrheitlich falsch deklariert und verunmöglichen damit die Abführung von Zoll und MwSt
  2. Die Waren unterlaufen sämtliche Vorschriften bzgl. Etikettierung und Zertifizierungen
  3. Alle für Schweizer Händler geltende Vorgaben und Haftungen entfallen bei den asiatischen Lieferanten

Oder wie es der Spiegel kürzlich zusammenfasste:

Falsche Angaben über den Inhalt, fehlende Steuernummern, falsche Rechnungen: Der Steuerbetrug im Onlinehandel kostet den Fiskus Hunderte Millionen Euro. Auch für die Kunden kann es teuer werden.

In der Schweiz wird aktuell versucht, auf politischer Ebene hier Einhalt zu gebieten, unter anderem mit der Motion Vonlanthen, die ähnlich den Finanzministern der deutschen Bundesländern bewirken soll, dass Plattformen und Marktplatzbretreiber wie Amazon, Ebay und Aliexpress künftig für die Hinterziehung der MWST durch Anbieter haften sollen.

Ansonsten bleibt nur die Resignation vor der Paketflut oder wie unlängst bei uns auf Facebook kommentiert wurde:



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