Mode Bayard schliesst Onlineshop und konzentriert sich auf stationäre Beratung

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Die Mode Bayard Gruppe hat sich entschieden, den Verkauf von Produkten über den Online-Kanal per heute einzustellen. Man wolle sich auf das stationäre Geschäft mit der persönlichen Beratung konzentrieren, wo die Stärken liegen, wie es in einer E-Mail Mitteilung an die Kunden heisst (Link anonymisiert).

Bayard Filiale / Quelle: Mode Bayard
Bayard Filiale / Quelle: Mode Bayard

Persönlich habe ich den Onlineshop von Bayard als sehr gelungen und professionell erlebt. Offenbar blieben die Erfolge unter den Erwartungen und man konnte während dem Shutdown die Umsatzeinbussen der stationären Geschäfte nicht annähernd kompensieren und/oder der Aufwand schien zu gross.

Dies ist jedoch eine reine Mutmassungen, ansonsten man sich die Einstellung des Onlineshops gerade zu diesem Zeitpunkt – einen Tag nach Wiedereröffnung des stationären Handels – kaum erklären kann.

Ein mehr als antizyklischer oder gar panikartiger Entscheid, den die Mode Bayard Gruppe getroffen hat, die einen Umsatz von um die CHF 100 Mio. erwirtschaftet. Laut einem kürzlich publizierten Interview kämpft Bayard mit enormen Umsatzrückgängen durch den Shutdown:

Bei Mode Bayard bricht der Umsatz komplett weg. Hier mussten alle Filialen geschlossen werden. Da fehlen monatlich zwischen neun und zehn Millionen Franken.

Offenbar konnte in dieser Situation der Onlineshop keinerlei positive Impulse, Umsätze, Kundenbindungen und mehr erzielen, was an einer falschen strategischen Ausrichtung liegen könnte. Ein Onlineshop als Frequenzbringer in die Filialen statt als eigenständiger Umsatzträger ist in Zeiten von Shutdowns falsch aufgestellt.

Und an Digital-Commerce Kompetenz kann es eigentlich nicht gelegen haben. Bayard hat vor bald 10 Jahren die Pure-Player underwear24.ch und sportswear24.ch übernommen nachdem diese über die Muttergesellschaft Protexa Online AG bereits dazumal die Onlineplattformen von Bayard umgesetzt haben.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

2 KOMMENTARE

  1. Grad heute und in der aktuellen Zeit kann ich diese Meldung fast nicht glauben. Musste auf den Kalender schauen und mich versichern, dass das kein 1. April-Scherz ist. Das ist ja wie eine frühzeitige Kapitulation vor dem nicht stopbaren Trend der Verlagerung der Umsätze in den Online-Kanal. Da wäre ich sehr gerne Mäuschen in der GL-Sitzung für diesen Entscheid gewesen. Anhand der Fakten im Text und Newsletter, ist das definitiv nicht nachvollziehbar. Schade für Bayard. Wäre spannend, noch ein paar weitere Insights zu erhalten 😉

  2. Vor ein paar Minuten wollte ich im Online Shop entwas bestellen und war erstaunt, dass er nicht mehr existiert. Sehr schade. Vor allem mit der Covid Situation bestelle ich nur noch online. Schade, minus ein gutes Geschäft.

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