H&M auf dem Weg zum Marktplatz?

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Das schwedische Bekleidungsunternehmen H&M hat in dieser Woche die Testphase seines Projekts «H&M with friends» vom Heimmarkt Schweden auf Deutschland ausgeweitet. Ziel des Projekts ist die Einbindung konzernfremder Marken in die Onlinekanäle von H&M. In Deutschland bereits aufgeschaltet sind unter anderem ausgewählte Artikel der Marken Fila, Superdry und Woodbird.

Auf Anfrage von FashionUnited bestätigt eine H&M-Sprecherin:

Sowohl Schweden als auch Deutschland haben eine lange Tradition des Katalogshoppings, und in Schweden haben wir bereits 1998 mit unserem Onlineshop gestartet, in Deutschland gibt es den Onlineshop nun seit 15 Jahren. Aus diesem Grund beginnen wir den Test mit diesen beiden Märkten und werden Schritt für Schritt weitere Onlinemärkte hinzufügen

Die Chancen sind somit intakt, dass auch Schweizer Kund*innen des Modehauses schon bald von einem vergrösserten Sortiment profitieren. Das Fachnetzwerk FashionUnited spricht im Rahmen von «H&M with friends» von einem Marktplatz. Nach einem kurzen Test meinerseits des deutschen Onlineshops kann ich dies jedoch noch nicht bestätigten.

In einem Marktplatzmodell muss der Drittanbieter explizit als Verkäufer ausgewiesen werden, da der Kaufvertrag zwischen Käufer und Verkäufer zustande kommt und der Marktplatzbetreiber lediglich als Vermittler auftritt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dies nicht der Fall. H&M tritt auch bei den neuen Drittmarken als Verkäuferin auf und es gibt bei gemischten Warenkörben auch keine Informationen, dass der Versand aus verschiedenen Warenlagern erfolgt. Mein Eindruck ist, dass in der Testphase vor allem die Kundenakzeptanz der neuen Marken geprüft wird und Optimierungen der Beschaffungsprozesse in Form von Dropshipment- oder Marktplatzanbindungen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Starke Drittmarken neu im Onlinesortiment von H&M — Quelle: www.hm.com

Die neue Initiative von H&M ist aus strategischer Sicht durchaus progressiv und mutig, denn bisher wurden ausschliesslich Eigenmarken angeboten. Weitergehende Auswirkungen auf die Positionierung und Markenkommunikation der Händlermarke H&M sind anzunehmen. Dies im Unterschied zu Warenhäusern und Modehändlern wie Galaxus Zalando oder Manor, die ebenfalls zu Marktplätzen geworden sind, jedoch schon immer starke Fremdmarken in den Sortimenten führten.

Unabhängig vom Geschäftsmodell beobachten wir, dass aktive Marktplatzinitiativen aus einer Position der Stärke erfolgen. Eine starke Marke mit grosser Kundenbasis und vielen omni-channel Touchpoints sind vielversprechende Voraussetzungen für einen Projekterfolg bei H&M. In dieser Hinsicht wäre Zara ein weiterer Marktplatz-Kandidat im Schweizer Markt. Wir halten unsere Ohren gespitzt und berichten bei Neuigkeiten.



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