Lieferservice in der Haustechnik: Geschwindigkeit vs. Terminlieferung

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Vor kurzem hat Meier Tobler, einer der führenden Händler der Haustechnikbranche, den neuen Lieferservice «Marché Expressversand» vorgestellt. Ab sofort können die Kunden, vorwiegend Sanitär- und Heizungsinstallateure, in den Marchés (Filialen für Verkauf & Beratung) vorrätige Artikel per Kurierdienst innert wenigen Stunden in die Werkstatt oder auf die Baustelle liefern lassen.

Meier Tobler verfügt 47 Marchés in allen Landesteilen der Schweiz und führt den neuen Lieferservice gesamtschweizerisch ein. Versprochen werden Lieferungen mit einem Gewicht bis zu 750kg und von Rohren mit 6 Meter Länge. Für den Transport arbeitet Meier Tobler mit dem Luzerner Kurierdienst-Anbieter swissconnect zusammen. Dieser fungiert als Gatekeeper und beauftragt abhängig von Bestellvolumen und -gewicht sowie den Standorten des Marchés und dem Lieferziel einen Subkurier mit passendem Fahrzeug. Für Kleinbestellungen in städtischen Gebieten kann dies durchaus das Lastenvelo sein, während bei grösseren Bestellungen und weiterer Distanz ein Klein-LKW eingesetzt wird.

Das Meier Tobler Lieferversprechen des Marché Expressversands, Quelle: https://professional.meiertobler.ch/

Gemäss Heinz Bösiger, Leiter Retail und E-Business bei Meier Tobler, wird der neue Service von der Kundschaft sehr gut angenommen:

«Unsere Kunden sehen im E-Shop die genauen Artikelverfügbarkeiten in unseren Marchés und bestellen bei dringendem Bedarf telefonisch oder via E-Mail direkt bei der Filiale. Der neue Service ist sehr beliebt und wird bereits oft genutzt.»

Eine hohe Liefergeschwindigkeit ist beliebt in der Baubranche. Die Installateure wünschen einen späten Cut-Off-Zeitpunkt für die Bestellabgabe und eine frühzeitige Lieferung in den Morgenstunden des nächsten Tages. Als führender Anbieter in diesem Bereich wird von Branchenexponenten oft Stocker Nord genannt. Bestellungen bis 17:00 Uhr werden am Folgetag noch vor 06:00 Uhr ausgeliefert. Die Monteure haben dadurch bereits zu Beginn des Arbeitstages ihr Material bereit für die Baustelle.

Nun stellt sich die Frage, ob auch in Zukunft eine weiter steigende Liefergeschwindigkeit das Mass aller Dinge bleibt. Die Entwicklungen in der digitalen modellbasierten Gebäudeplanung (Stichwort BIM) lassen zumindest daran zweifeln. Denn Building Information Modeling (BIM) führt zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Planern, Installateuren und Lieferanten und damit zu einer höheren Informationstransparenz zwischen den Akteuren. Dies ist vor allem bei komplexen Grossobjekten von Vorteil.

Der Lieferant erhält bereits zum Zeitpunkt der Objektplanung die Übersicht über die benötigen Artikel und kann in Zusammenarbeit mit dem Installateur frühzeitig eine effiziente Mengenplanung vornehmen und Anlieferungstermine nach Bauabschnitt koordinieren.

Dank diesem Informationsvorsprung werden spontane Hauruck-Bestellungen mit Expresslieferung tendenziell abnehmen, wohingegen sorgfältig geplante Terminlieferungen relevanter werden. Für die Lieferanten erfolgsentscheidend wird neben einem Spitzenplatz im Rennen um die schnellste Lieferzeit zunehmend die punktgenaue Just-in-time bzw. Just-in-sequence Lieferung.



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