Mehr Nachhaltigkeit im E-Commerce bei Verpackung und Versand

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Mehr Nachhaltigkeit schaffen ist ein Thema, das die Gesellschaft beschäftigt. Wie vielfältig das Thema Nachhaltigkeit ist, zeigt auch der Dreiklang oder das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Dieses Modell geht davon aus, dass eine nachhaltige Entwicklung nur dann möglich ist, wenn ökologische-, ökonomische- und soziale Aspekte gleichberechtigt und in Abstimmung miteinander umgesetzt werden.

Dreiklang der Nachhaltigkeit – Abbildung: Carpathia AG

In dieser kleinen Serie beleuchten wir das Thema Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigen an konkreten Beispielen auf, wie mehr für Nachhaltigkeit im E-Commerce getan werden kann. Dies können einzelne kleine Aspekte sein, wie die Optimierung der Verpackung bis hin zu Unternehmen, die ihr ganzes Geschäftsmodell dem Aspekt der Nachhaltigkeit unterstellen.

Die Verpackung

Ein Produkt, das versendet oder ausgeliefert wird, muss (in den allermeisten Fällen) verpackt werden. Bei der Verpackung gibt es Potential, nachhaltig zu agieren. In diesem Beitrag steht die nachhaltige Verpackung von Versandartikeln im Fokus.

Eine an die Grösse des Artikels angepasste Verpackung kann ein erster kleiner Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit beim Versand sein. Dies bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Ressourcen werden geschont, da keine unnötig grosse Verpackung verwendet wird, für die dann wieder Füllmaterial benötigt wird, was wiederum den Geldbeutel schont. Als prominentes Beispiel für die angepasste Verpackung ohne Füllmaterial kann Digitec Galaxus genannt werden, welche bereits vor einigen Jahren mit massgeschneiderten Kartonschachteln dem Füllmaterial den Kampf ansagten und mit braunen Paketen den CO2-Ausstoss reduzieren.

Ist Füllmaterial trotz der Wahl der passenden Verpackung unumgänglich, kann auf nachhaltige Füllmaterialien ausgewichen werden. Hier gibt es viele Unternehmen, die dieses Thema gut oder gar sehr gut lösen. Wir zeigen zwei Beispiele aus dem Lebensmittel-Bereich, da hier die Anforderungen an die Verpackung und das Füllmaterial besonders hoch sind, weil die Ware gut gekühlt bei den Kund*innen ankommen soll.

Swiss Lachs setzt auf natürlich nachwachsende Materialien, die wahlweise im Kompost entsorgt oder weiterverwendet werden können.

Best-Practice-Beispiel für nachhaltiges Füllmaterial: Swiss Lachs – Screenshot: swisslachs.ch

Cheezys Verpackung setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die schön erklärt werden. Als Kühlelemente dienen Wasserflaschen, die nach dem Auftauen den Durst der Kundschaft löschen können.

Best-Practice-Beispiel für nachhaltiges Füllmaterial: cheezy – Screenshot: cheezy.ch

Lagerung und Verpacken der Artikel

Ein Produkt, das versendet oder ausgeliefert wird, muss (in den allermeisten Fällen) verpackt werden. Wo und wie das Produkt in die Verpackung kommt, lässt Spielraum für nachhaltiges Agieren.

So kann beim Warenlager einiges in punkto ökologischer Nachhaltigkeit getan werden, dies von einer emissionsarmen Bauweise eines Logistikzentrums, bis hin zum Strommix, der zum Betrieb dessen eingesetzt wird. Insbesondere der Strommix ist ein Faktor, der auch in einem bereits bestehenden Logistikzentrum beeinflusst werden kann. Unabhängig davon, ob es sich um reine Logistikzentren handelt oder ob die Logistik in stationären Standorten integriert ist.

Beim effektiven Verpacken der Produkte lässt sich der Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit berücksichtigen. No Bullsh!t kann hier als gutes Beispiel genannt werden, die Pakete werden vom Verein Lernwerk gepackt, einem gemeinnützigen Verein, der die Integration von jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt unterstützt.

Best-Practice-Beispiel für nachhaltiges Päckchen packen: No Bullsh!t – Screenshot: nobullshit.care

Der Transport

Ein Produkt, das an die Kund*innen versendet wird, muss vom Lager zur Kundschaft transportiert werden. Die Emissionen, die beim Transport verursacht werden, hängen dabei massgeblich vom gewählten Transportmittel und der zu bewältigenden Strecke ab.

Um klimafreundlich ausliefern zu können, hat Farmy eine eigene Elektromobil-Flotte aufgebaut. Darauf wird im Warenkorb des Hofladens hingewiesen.

Best-Practice-Beispiel für CO2-reduzierte Lieferung: Farmy – Screenshot: farmy.ch

Um einen CO2-reduzierten Transport gewährleisten zu können, muss nicht zwingend eine eigene Flotte aufgebaut werden. Onlineshops, die eine investitionsärmere Variante bevorzugen, können heute einfach einen entsprechenden Dienstleister damit beauftragen. So setzt Quickpac für die Zustellung ausschliesslich auf Elektroautos.

Best-Practice-Beispiel für Zustellung durch Elektro-Fahrzeuge: Quickpac – Screenshot: quickpac.ch

Versand minimieren

So nachhaltig der Versand und die Verpackung der Ware auch gestaltet wird, optimaler für die Umwelt ist es, wenn weniger Pakete versendet werden und natürlich auch, wenn weniger Pakete retourniert werden.

Ein Weg, um weniger Pakete zu senden, ist das Zusammenfassen von Sendungen in einer Sammelbestellung. Ein Beispiel dafür ist die Sammelbestellung von Kidis. Kund*innen, die diese Option wählen, können während 10 Tagen weitere Artikel dem Warenkorb hinzufügen. Nach 10 Tagen wird der Warenkorb abgeschlossen und das Paket mit allen Artikeln wird versendet.

Best-Practice-Beispiel für Sammelbestellung: Kidis – Screenshot: kidis.ch

Besonders hoch ist der Retouren-Anteil in der Fashion-Branche. Der Druck, etwas gegen das Zurücksenden der Ware zu unternehmen, ist deshalb in dieser Branche besonders stark. Denn neben den Emissionen, die für das Zurücksenden der Ware entstehen, fallen beim Unternehmen Kosten an, um die Retouren zu verarbeiten und die Artikel für den erneuten Verkauf wieder aufzubereiten.



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1 KOMMENTAR

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    Beste Grüsse
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