M wie Möbel – der neue Onlineshop von micasa.ch überzeugt noch nicht vollumfänglich

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M wie Möbel – der neue Onlineshop von micasa.ch überzeugt noch nicht vollumfänglich

Vergangene Woche startete der neue Onlineshop von Micasa, dem Home & Living Anbieter der Migros. Nachdem M-Electronics ziemlich genau vor einem Jahr an den Start ging, ist dies der zweite grosse E-Comerce Launch des “orangen M” in jüngster Vergangenheit, wo man sich nach eigenen Angaben als E-Commerce Leader sieht.

Micasa basiert wie M-Electronics auf Hybris und wirkt auf den ersten Blick etwas wie eine Kopie davon, obwohl diesmal Netconomy umsetzte, während der Elektronik-Store aus dem Hause Namics stammt.

Im Angebot stehen über 10’000 Artikel die online bestellt oder in der nächsten Filiale abgeholt werden können. Eine entsprechende Prüfung der Verfügbarkeit in der nächsten Filiale ist integriert und intuitiv umgesetzt worden.

 

Die Joy of Use im Shop wird noch vermisst und die Umsetzung wirkt nicht nur wenig emotional, sondern auch inkonsistent und unfertig; als Beispiele seien ad-hoc folgende Dinge erwähnt:

  • Die Facetted-Search in der linken Spalte wird nach Auswahl des Hauptbereiches als Navigation missbraucht. Werden die Filter zurückgesetzt, ergeben sich Inkonsistenzen. Hier wurden Filter-Funktionen als Navigation missbraucht, was wohl nicht im Sinne des Erfinders ist. Auch lassen sich Filter nicht einzeln zurücksetzen, obwohl dies suggeriert wird.
  • Die Navigation stellt sich bei “Möbel” und “Accessoires & Textilien” als schön umgesetzte Mega-Dropdowns dar. Doch im Bereich “Beleuchtung” wird auf reguläre Flyout-Navigation gewechselt – warum wissen wohl nur die Konzeptverantwortlichen. Dem User wird auf jeden Fall kaum ein Licht aufgehen.
  • Der Rich Footer bietet bei Micasa Platz für alles was sonst keinen Platz hatte und genau so wirkt er auch; unaufgeräumt und etwas chaotisch. Ein gutes Beispiel, gerade auch aus dem Bereich Möbel, bietet hierzu Pfister.

Als eigentlichen Kardinalfehler muss man jedoch erwähnen (und seit über 1 Woche nicht korrigiert), dass im Checkout die Hyperlinks im Footer auf AGB, Datenschutz und Impressum nicht funktionieren. Gerade dort, wo der Bedarf an Vertrauen und Sicherheit am grössten ist, darf so etwas nicht passieren.

Ansonsten bietet man einige benutzerfreundliche Funktionen. Besonders gefallen die Details und Vergleichsmöglichkeiten bei den Produktlisten zu den einzelnen Artikeln, wobei hier wohl Ikea Pate gestanden haben dürfte.

Nur Dank der Pressemitteilung wird man noch auf die Kernfunktion aufmerksam gemacht – im Onlineshop hat man sie relativ gut versteckt:

Der Konfigurator, das Kernstück des Online Shops
Der Online Shop bietet zudem die einzigartige Möglichkeit, spielerisch komplexe Möbelsysteme wie Schränke, Polstermöbel und das Flexa-Kindermöbelprogramm ganz nach eigenem Geschmack selber zusammenzustellen. So können beispielsweise diverse Schränke mit Elementen erweitert oder ausgebaut werden, wobei ein Klick auf den Konfigurator gennügt. (…) Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Konfigurator auch für Regalsysteme sowie weitere Produktkategorien einsetzbar sein.

Die Konzeption des Konfigurators wirkt durchdacht, technisch reagiert er auf jeden Fall (noch) sehr zögerlich, so dass die Funktionen nicht auf Anhieb klar sind und es immer wieder zu Fehlfunktionen kommt, was sehr schade ist.

Es bleibt zu hoffen, dass Micasa hier bald nachbessert, denn Möbel ist einer der Online-Wachstumsmärkte, in dem wohl auch unsere nördlichen Nachbarn bald eine dominantere Rolle einnehmen wollen.


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Thomas Lang

Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia Consulting GmbH, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Onlinevertriebskanäle sowie Referent an Konferenzen zum Thema E-Commerce.

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2 Kommentare

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