Retail ABC: Revitalisierung von Shoppingcentern

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Keine Angst, wir werden nicht zum Retailblog. Das ABC bezieht sich auf die lebensrettenden Sofortmassnahmen (für alle, die mit Gabi aufgewachsen sind).

Retailpartners publizierte letztes Jahr eine Studie zur “Revitalisierung von Shoppingcentern” –  also dem Wiederbeleben der Konsumtempel. In dem über 80 Seiten starken Dokument kommen diverse Experten zu Wort, wie man das wohl beinahe tote Pferd doch noch zum Turnierspringen bringen könnte.

Dabei wurden 3 Megatrends zur Rettung der Konsumtempel von gestern identifiziert:

  1. Multichannel
  2. Silver Shopper
  3. Third Place

Allgegenwärtig ist, dass die Umsätze in den Onlinehandel abwandern, es zu grossen Umwälzungen und Bereinigungen in den Flächen kommt uva. Eines blendet die Studie gekonnt aus; die Shoppingcenter werden sich kaum noch finanzieren lassen, denn

  1. bei Multichannel wird der Grossteil der Umsätze online erzielt – dem Shoppingcenter bleibt die Frequenz und die Hoffnung auf Zusatzverkäufe
  2. die Silver Shopper sind auch bereis online und dort lt. der HSG die ausgabefreudigste Zielgruppe
  3. bei Third Place mutieren die Center zu Entertainmentplätzen wo die Umsätze in die Gastronomie und Unterhaltung wandern, aber kaum in den Handel zurück

Es wurde denn auch eine Auswahl von 10 Einkaufszentren aufgrund der 3 Megatrends geprüft:

Durchschnittlicher minimaler und maximaler Erfüllungsgrad der Architektur­ und Gestaltungsmerkmale innerhalb der einzelnen Megatrends - Quelle: Studie zur Zukunft der Schweizer Shoppingcenter, Retailpartners AG 2013
Durchschnittlicher minimaler und maximaler Erfüllungsgrad der Architektur­ und Gestaltungsmerkmale innerhalb der einzelnen Megatrends – Quelle: Studie zur Zukunft der Schweizer Shoppingcenter, Retailpartners AG 2013

 

Wenn das die Zukunft der Shoppingcenter sein soll, dann ist wohl nicht auszuschliessen, das man entweder Eintritt verlangen muss oder eines ums andere schliessen wird. Denn finanzieren lässt es sich nur schwerlich mit dieser Ausrichtung und viele Gründe gibt es nicht mehr, eines zu besuchen.

Oder sollte man gar eine Umnutzung in Altersresidenzen ins Auge fassen? Mindestens Megatrend 2 und 3 deuten darauf hin, zumal hier bereits der grösste Erfüllungsgrad zu erkennen ist.

Man kann es studieren und drehen wie man will; Einkaufscentren verkommen zum Auslaufmodell. Das haben vor rund einem Jahr auch schon die Immobilien-Experten der Credit-Suisse erkannt und Alarm geschlagen.

Die Studie gibt es kostenlos online.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

1 KOMMENTAR

  1. Vorschlag zur Finanzierung: Billag erhebt eine Gebühr von 7 % auf Onlineumsätze, behält davon 80 % für ihren Verwaltungsaufwand und zahlt die anderen 20 % als Spezialsubvention an die Shopping Centers.

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