Relaunch Rallye: Pfister und PKZ mit neuen Onlineshops

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Auch wenn die 4 P’s im Marketing und speziell im Digital Business als überholt gelten (Die 4P’s sind tot – Es leben die 8C’s im Digital Business), scheinen die beiden traditionellen P’s des Schweizer Retails erfreulich vital.

Sowohl Pfister wie auch PKZ haben in den vergangenen Wochen ihre Onlineshops neu lanciert. Pfister scheint dabei auf der Hybris Plattform geblieben zu sein währenddessen PKZ einen Technologiewechsel zu nopCommerce vollzogen hat, wie BuiltWith verrät.

Pfister setzt auf mehr Emotionen

Beim Möbel-Traditionshaus scheint insofern ein Wechsel vollzogen zu sein, dass man zusehends mehr Emotionen wecken und Lösungen für Bedürfnisse anbieten will anstelle von einfach nur Produkte verkaufen, wie dies bislang der Fall schien.

Hierzu hat man auch kräftig investiert und betreibt nun ein eigenes Video- und Fotostudio am Hauptsitz in Suhr. Pfister will einen hohen Anteil an Videocontent und bewegte Stimmungsbilder präsentieren und diese mit 360-Grad-Visualisierungen ergänzen. CEO Matthias Baumann wird in Persönlich zitiert:

Unsere Kundinnen und Kunden wollen die Produkte erleben und sich ein Bild davon machen können, wie diese in den Räumen wirken und aussehen. Dies soll auch beim Online-Shopping nicht anders sein.

Erste Ansätze und Eindrücke kann man sich online davon machen bei Content-Commerce Seiten wie beispielsweise den Tipps für Trennwände, wo Kompetenz, Lösungsorientierung wie auch die dazugehörigen Artikel gut kombiniert werden.

Die Produktdetails sind sauber aufbereitet und ansprechend visualisiert wie auch die Cross-Selling- und Omni-Channel-Elemente nach Best-Practice integriert.

Auch der Checkout wirkt relativ hürdenfrei und man kann erkennen, welche Onlineshops ggf. hier als Inspiration gedient haben. Wobei man im Checkout – bewusst oder unbewusst – auf ein Tunnelling verzichtet hat (Checkout-Report 2018: So finden die Kunden den Weg durch die Kasse).

Der erste Eindrück gefällt, ist eine klare Weiterentwicklung der Vorgängerversion und scheint eine gelungene Umsetzung.

PKZ will online stärker wachsen

Wer schon seit den Anfängen vor 7 Jahren auf Inspiration, Styles und Looks gesetzt hat in der Schweiz ist das Modehaus PKZ. Auch PKZ hat seine Onlineplattform neu lanciert nachdem die Vorängerversion doch viele Jahre relativ unverändert präsent war.

Die CEO Manuela Beer spricht im Interview mit dem Tages-Anzeiger gestern dann auch ganz offen über die aktuellen Herausforderungen und, dass PKZ ein Umsatzwachstum verzeichnen darf.

Wir wachsen online sehr stark – mit über 20 Prozent. In drei Jahren soll der Anteil bei 10 Prozent liegen. Ich habe aber nicht den Anspruch, auf 30 Prozent zu kommen. Unser Erlebnis im Laden ist und bleibt zentral.

2017 ist das Unternehmen wieder gewachsen und erzielte gesamthaft einen Umsatz von über CHF 160 Mio  – 5% davon erwirtschaftete PKZ online, also etwas über CHF 8 Mio. Im Vergleich ist dies doch eher bescheiden wenn man bedenkt, dass PKZ seinen Onlineshop (damals noch unter thelook.com) noch vor Zalandos Schweizer Markteintritt an den Start brachte.

Zalando macht mittlerweile geschätzte CHF 685 Mio. Umsatz alleine in der Schweiz, das ist etwa 85-Mal so viel wie PKZ online oder mehr als 4-Mal so viel wie PKZ unternehmensweit.

Doch zurück zum neuen Onlineshop, der wie von PKZ gewohnt solide daher kommt und die sehr gute Mobile-Umsetzung des Vorgängers weiterführt. Auch hier hat ein Technologiewechsel stattgefunden; die Vorgängerversion war eine full-responsive Umsetzung, aktuell eine gelungende adaptive Version.

Beibehalten hat man auch die überdurchschnittlich grossen Produktaufnahen auf den Detailseiten und die „Shop the Look“ Funktion, die PKZ schon fast pionierhaft seit 2011 einsetzt und oft kopiert wurde, auch von den Grossen. Aktuell wird dies als Styletipp angepriesen, kommuniziert jedoch die Kompetenz, Passendes zum Look zu präsentieren.

Wege aus der Transformationsfalle

Sowohl Pfister wie auch PKZ machen (noch) deutlich weniger als 10% ihrer Umsätze online und müssen wohl ihre Investitionen mit der Omni-Channel Optik „schön rechnen“ ( Cross- und Omni-Channel – so rechnet man die Investitionen richtig (schön)).

Denn bei Pfister ist bekannt, dass 70% der Kunden ihre stationären Einkäufe oder Besuche online vorbereiten, was die kräftigen Investitionen in die Onlineplattform rechtfertig. Bei PKZ dürfte es ähnlich sein.

Nichtsdestotrotz zeigt sich hier einmal mehr die Transformationsfalle, mit welcher stationäre Händler zu kämpfen haben. Sie machen mehr als 90% ihrer Umsätze mit dem traditionellen, stationär bestimmten Geschäft und weniger als 10% online. Zeitgleich können sie es sich nicht leisten, lediglich bescheidene 10% oder gar 20% ihrer Budgets für Investitionen, Marketing, Ressourcen und mehr für online einzusetzen, sondern müssen dort deutlich überproportional investieren.

Denn beide, sowohl Pfister wie auch PKZ, stehen im harten Wettbewerb mit puren Onlinehändlern, die 100% ihrer massiven Budgets ins Digitale investieren. Daher Respekt diesen beiden Händlern für diese Initiativen, denn beide sind nach wie vor unabhängig und gehören zu keinem grossen Detailhandelskonzern.



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