Nachhaltigkeit im eCommerce – Low Impact Websites als neuer Ansatz?

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Fragen zur Nachhaltigkeit und wie diese erreicht bzw. gelebt werden kann, sind aktuelle Themen der Gesellschaft. Der Onlinehandel als omnipräsenter und starker Wachstumsmarkt soll dabei seinen entsprechenden Beitrag leisten und passende Lösungen für die gestiegenen Anforderungen der Kund*innen entwickeln.

Unternehmen haben die Herausforderung auf verschiedenen Ebenen angenommen, u.a. mit der Gestaltung des Geschäftsmodells, intelligenten Fulfillmentlösungen, der Sortiments- und Produktauswahl oder anhand von Kompensationsbeiträgen und einer generell transparenten Kommunikation zur Wertschöpfungskette.

So sind in diesem Jahr auch im Schweizer Digital Commerce bereits mehrere interessante Nachhaltigkeits-Initiativen eingeführt worden. Digitec Galaxus bietet seit Juni 2020 ihren Kunden*innen die Möglichkeit, im Checkout die durch den Einkauf verursachten Treibhausgase zu kompensieren. Wie von Galaxus kürzlich mitgeteilt, werde dieses Feature fleissig genutzt und bereits jeder zehnte Einkauf werde CO2-kompensiert. Zuletzt hat auch ein St.Galler Startup mit der Vorstellung des wiederverwendbaren Versandbeutels «Kickbag» zur Bekämpfung des Verpackungsmülls für Aufmerksamkeit sorgen können.

Einen weiteren, gänzlich neuen und unkonventionellen Ansatz verfolgt seit kurzem das Copenhagener Eco Fashion Label organicbasics mit dem Launch einer Low Impact Website. Seit neustem können die Kund*innen wählen, ob sie auf einer minimalistischen Website mit möglichst geringem Datentransfer (Low Impact) oder im konventionellen Webshop einkaufen möchten.

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Illustrationen statt Produktbilder auf der Low Impact Website, Quelle: Screenshot Website basicorganics

Die Idee dahinter ist die Erkenntnis, dass das Internet aufgrund des hohen Energiebedarfs für 3.7% der globalen CO2-Emssionen verantwortlich ist. Ursächlich für die Emissionen ist die vorgelagerte Stromproduktion. Um den Energieverbrauch der Low Impact Website tief zu halten, werden die vom Server abgefragten Datenvolumina so gering wie möglich gehalten. Statt Bilder gibt es Illustrationen, Produktfotos in geringer Auflösung werden erst nach aktiver Nutzerabfrage geladen und auf Videos und individuelle Schriftarten wird gleich gänzlich verzichtet.

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Unterschiedlicher Website-Content, je nach Carbon-Intensity am Serverstandort, Quelle: Screenshot Website basicorganics

Interessant ist zudem, dass der Website-Content variert, je nach CO2-Intensität des Strommix beim Serverstandort. Diese und weitere Massnahmen des 10 Punkte Manifesto führen dazu, dass Onlineshopping auf der Low Impact Website bis zu 70% des CO2-Verbrauchs im Vergleich zur herkömmlichen Website einspart. Es ist interessant zu beobachten, ob dieser Ansatz in Zukunft auch von weiteren Anbietern verfolgt wird, da bei der User Experience doch Einbussen hingenommen werden.

Um grüne Innovationen zu stärken und honorieren wurde beim diesjährigen Digital Commerce Award erstmalig auch ein Nachhaltigkeits-Sieger gekürt. Gewonnen hat der Eco Concept Store rrrevolve.



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