Siroop – neuer Marktplatz von Coop und Swisscom mit mehr Fragen als Antworten

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siroop.ch / siroop.deLetzte Woche kommunizierte Coop im Rahmen einer Medienmitteilung den Weko-Entscheid zum neuen Marktplatz, den man zusammen mit der Swisscom betreiben will (Project-Thor: Swisscom und Coop wollen Schweizer Marktplatz lancieren).

Über den Namen Siroop kann man nun geteilter Meinung sein – auf jeden Fall werden sich Dritte freuen über den Zusatz-Traffic der auf akustischer Werbung wie Radio & Co. basiert.

Warum ein Weko Entscheid?

Mit der Medienmitteilung gab Coop bekannt, dass die Wettbewerbskommission des Bundes den Marktplatz von Coop und Swisscom bewilligt habe. Ein doch eher aussergewöhnliches Vorgehen, bereits vor einem Start die Weko anzurufen – zumal aktuell nur Absichten öffentlich zugänglich sind. Denn von einer marktbeherrschenden Stellung scheint man zum heutigen Zeitpunkt noch entfernt 😉

Der Weko kam vermutlich diese Anfrage gerade recht, konnte sie ihren Entscheid, die Ricardo-Übernahme durch Tamedia ohne Einschränkungen zu bewilligen, doch damit irgendwie legitimieren.

Vielmehr dürfte es die Sorge von Coop/Swisscom gewesen sein, dass kurz vor dem Start des neuen Marktplatzes ein Mitbewerber „Einspruch“ erhebt, da es sich bei den beiden Akteuren Coop und Swisscom um Unternehmen mit jeweils über 100 Mio. Umsatz handelt.

Auch grünes Licht der europ. Wettbewerbskomission

Die Anwälte im Solde von Dual-VRP Loosli scheinen ganze Arbeit geleistet zu haben und wollen wohl wenig dem Zufall überlassen. Bereits im Juli habe die europäische Wettbewerbskommission grünes Licht erteilt, wie der Blick schreibt.

Demnach sollen auch ausländische Kunden und/oder Händler angesprochen werden. Ein Konzept, das man von Ricardoshops bereits kennt (ricardoshops.ch für in- und ausländische Händler). Auf jeden Fall ist die deutsche URL siroop.de bereits aktiv.

Regionaler Start

Der interessanteste Part in der Coop Medienmitteilung jedoch ist derjenige, dass man zu Beginn vorab regional starten will:

„Siroop wird zunächst mit einem Piloten in einer Region starten, 2016 wird der Marktplatz dann die ganze Schweiz abdecken.“

Online regional einschränken? Eine Einschränkung auf eine Region lässt höchstens darauf schliessen, dass der stationäre Handel ein- oder angebunden werden soll. Oder sieht sich Siroop gar als E-Commerce Enabler für den stationären Handel? Denkbar wäre dies, dass bspw. Services im Stile von Locafox oder Tiramizoo angeboten werden. Ggf. ganz im Stile der PickMUp Servies der Migros.

Ganz allgemein wird dem neuen Projekt vor allem eine Aufholstrategie seitens Coop ggü. der Migros attestiert. Diese hat mit Galaxus bereits sein Online-Warenhaus produktiv und kooperiert unter anderem mit der Post und den SBB mit dem neuen Konzept Speedyshop (Innert 30 Min. zu den bestellten Lebensmitteln am HB Zürich).

Möglicherweise sind das die neuen Allianzen zwischen dem Detailhandel und den staatsnahen Betrieben? Coop mit Swisscom und Migros mit SBB und Post?

Auf jeden Fall darf man gespannt sein, in welcher Form Siroop an den Start gehen wird und wie disruptiv es sich ausgestaltet.

Ein absolut kritischer Erfolgsfaktor eines jeden Marktplatzes wird abermals sein, über genügend Traffic zu verfügen. Dies mitunter ein Grund, dass erfolgreiche Marktplätze immer auf einem erfolgreichen Handelsmodel basieren, wie die Beispiele Amazon oder Zalando zeigen.

Und auch Ricardoshops hätte mit der User-Base von Ricardo diese Möglichkeit gehabt, dort hat jedoch Tamedia kürzlich den Stecker gezogen.


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7 COMMENTS

  1. Regional vielleicht, weil eine speedy Zustellung innert einer Stunde angestrebt wird? Wäre doch ein USP. Der Name ist furchtbar, wird teuer, den mit Sinn zu füllen.

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