Media Markt startet in der Schweiz in den E-Commerce

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Vor wenigen Minuten scheint Media Markt ein neues Kapitel in Sachen E-Commerce gestartet zu haben in der Schweiz.

Nach einigen Wirrungen und Strategie- sowie Personalwechseln ist nun der neue Onlineshop von Media Markt in der Schweiz online, nachdem bereits vor einigen Monaten Saturn an den Start gegangen ist.

Neuer Onlineshop von Media Markt Schweiz

Wir werden uns den Onlineshop in den nächsten Tagen sicher etwas genauer anschauen. Auf den ersten Blick bietet er, was zu erwarten ist. Nicht mehr, und nicht weniger. Vom ersten Eindruck her ist das ganze aber sehr kühl und unemotional umgesetzt. Gerade in der Adventszeit ziehen sich die E-Commerce Plattformen in der Regel ein feierliches Kleid über, nicht zuletzt wegen gerade diesen Emotionen.

Sicher als #fail deklarieren kann man, dass (bis jetzt) keine Gastbestellungen zugelassen sind – eigentlich ein klassischer Conversions-Killer und ein NoGo bei heutigen Onlineshops. Aber bereits beim Saturn Shop hat man diesen Fettnapf leider nicht ausgelassen.

Ein weiterer Conversions-Killer ist schnell identifiziert. Mir wurde auf jeden Fall fast schwindelig beim Anblick des nebenstehenden Registrierungsformulars. Was da dem Nutzer zugemutet wird, müsste eigentlich mit einem satten Rabatt wieder gut gemacht werden, wenn es denn einer schafft.

Interessant scheint, dass online derzeit kaum Geräte verfügbar sind, diese jedoch in einzelnen Filialen abholbereit scheinen.

Gut möglich, dass hier die Systeme noch nicht synchronisiert sind. Auf jeden Fall ein Hinweis, dass man eine starke Multi-Channel Strategie fahren wird und den Onlineshop erwartungsgemäss stark an die Fachmärkte anbindet.

Die Media Saturn Holding fährt eine Multi-Brand Strategie mit Saturn und Media Markt im Mutli-Channel Segment, dazu den im Sommer übernommenen Pureplayer Redcoon als reinen Onlineversender.

— Nachtrag —

Malte Polzin scheint die Registrierung geschafft zu haben und erlebte seine Überraschung im Warenkorb. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppte sich zum Wucherobjekt – Versandkosten von CHF 69.- plus Kreditkartenkommissionen von CHF 9.55:

Aber so richtig rund ist das da noch nicht. Schade, so lassen sich sicher nicht Kunden zum E-Commerce bewegen.

Ein beliebiges Produkt angeschaut und in den Warenkorb gelegt und folgende Überraschung erlebt:

So wird das aber nichts mit dem E-Commerce bei Media Markt – es sei denn, man will mit dem neuen Onlineshop den Kunden vom bösen Internet zurück in den stationären Handel bringen. Dann scheint das wirklich gelungen zu sein.

 



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

4 KOMMENTARE

  1. Das ist ja nett… In der Werbung schön lästern “lieferbar in 3-6 Monaten für 40 Euro Nachnahmegebühr” und dann die werbliche Überspitzung in Realität noch übertreffen. 😉

  2. Zu:
    … es sei denn, man will mit dem neuen Onlineshop den Kunden vom bösen Internet zurück in den stationären Handel bringen …

    1. Variante
    … oder die Kunden bleiben auf dem Online-Kanal und gehen nicht mehr zum stationären Mediamarktgeschäft.

    2. Variante
    Die Kunden gehen doch zum Mediamarkt, um das Produkt greifen zu können, kaufen dann aber doch bei der billigeren Variante im Internet.

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