Retail Outlook 2023: Massnahmen gegen den Fachkräftemangel

0
653

Wie stets zu Jahresbeginn, hat die Credit Suisse ihren Retail Outlook veröffentlicht. Im Fokus der diesjährigen Studie steht der Arbeitskräftemangel, welcher dem Detailhandel zusetzt.

Den Retail Outlook beleuchten wir in einer dreiteiligen Serie. Im ersten Beitrag haben wir einen Rückblick auf das Jahr 2022 gegeben, im zweiten Teil sind wir auf die Gründe der Mitarbeitendenfluktuation eingegangen. In diesem Beitrag zeigen wir Massnahmen zur Mitarbeitendengewinnung und -bindung.

Rekrutierung ist herausfordernd

Eine Umfrage zeigt, dass in der «Employee Journey» im Detailhandel insbesondere die Rekrutierung als besonders herausfordernd gesehen wird. Über 80 Prozent sehen diesen Step als herausfordernd oder sehr herausfordernd (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Herausforderungen in der Employee Journey – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2023

Wertschätzung und flexible Arbeitszeiten als Massnahmen

Aus einem vorgegebenen Katalog von Massnahmen und Ideen konnten Befragte Massnahmen zur Mitarbeitendengewinnung und -bindung beurteilen. Knapp 80 Prozent der Handelsunternehmen beurteilen Anerkennung und Wertschätzung als besonders wichtig. Gefolgt von flexiblen Arbeitszeitmodellen, seien diese zeitlich und/oder örtlich (> 60 Prozent). Dies dürfte im stationären Handel ein besonderer Knackpunkt in der Umsetzung sein, gilt es dort Öffnungszeiten zu berücksichtigen. Auch das Arbeitsumfeld und die Kultur sowie Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden mit jeweils über 50 Prozent der Nennungen als wichtig eingestuft (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 2: Beurteilung von Massnahmen zur Mitarbeitendengewinnung oder -bindung – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2023

Die Attraktivität des eigenen Unternehmens wird im Sinne des Employer Brands als wichtiges Puzzleteil für die Gewinnung neuer Fachkräfte angesehen. Im Vergleich zu derselben Befragung im Jahr 2023 ist dies die einzige Massnahme, welche im Jahr 2022 auf mehr Zuspruch stösst (vgl. Abbildung 3).

Abbildung 3: Massnahmen im Bereich Nachwuchskräfte – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2023

Gleichbleibender Personalbedarf

Insgesamt wird der Personalbedarf im Detailhandel als etwa gleichbleibend eingeschätzt. Durch Automatisierung und Digitalisierung ergeben sich auf der einen Seite Einsparungen, auf der anderen Seite werden neue Berufsbilder geschaffen, die wiederum Personal bedürfen. Weitgehend ungeklärt bleibt dennoch die Frage, wie diese Stellen besetzt werden können. Denn auf Knopfdruck kann kein Unternehmen ein positives Bild von sich und eine wertschätzende Kultur etablieren.  



HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte fügen Sie ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie ihren Namen hier ein