Aus bei Microspot.ch – Unsere Gedanken dazu

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Coop hat heute via Medienmitteilung bekanntgegeben, dass Microspot.ch in den nächsten Monaten mit dem Onlineangebot von Interdiscount zusammengeführt wird. Die Marke Microspot wird beerdigt und Interdiscount nimmt ausgewählte Warenhaussortimente neu ins Sortiment auf. Unsere Gedanken sind die folgenden:

  • Dass es bei Coop eine Bereinigung der Heimelektronikformate braucht, war absehbar. Die beiden Marken Interdiscount und Microspot mit verschiedenen Preisstrategien jedoch gleicher Logistik waren ein strategisches Geknorze. Zudem haben beide Formate im letzten Jahr online stark Umsätze verloren: Interdiscount minus CHF 50 Mio. und Microspot minus CHF 9 Mio.
    Nun fällt Microspot der etablierteren und stärkeren Marke Interdiscount zum Opfer. Coop sieht die strategische Heimat im Omni-Channel-Geschäft und Interdiscount ist mit über 170 Filialen hierfür gut aufgestellt.
  • Coop gibt das Rennen um den Gewinn der digital affinen Heimelektronik-Kundschaft auf. Die beiden Player Digitec Galaxus und Brack.ch wird’s freuen.
  • Der Preiskampf in der Heimelektronik wird sich leicht entspannen, da Micropost als Preistreiber nach unten bekannt war.
  • Interdiscount will vorerst an den 170 Filialen festhalten. Wir haben mit Filialschliessungen gerechnet.
  • Beim Omni-Channel-Konzept fokussiert Interdiscount auf ausgeprägte Service- und Beratungszonen. Wir fragen uns, wie lange Services wie „Datentransfer“ und „Geräte aufsetzen“ noch nachgefragt werden und ob diese kostenpflichtig verkauft werden können. Bei STEG, die kürzlich Konkurs anmelden mussten, hat dieses Konzept nicht funktioniert.
  • Was passiert bei den Weisswaren- und Elektronikhändlern Fust und Nettoshop, die ebenfalls zur Coop-Gruppe gehören? Beide Händler haben im 2022 online ebenfalls Federn gelassen: Fust CHF -40 Mio. und Nettoshop CHF -17 Mio. Wann kommts da zur Konsolidierung?
Microspot Ausverkauf
Liquidazione bei Microspot, Quelle: microspot.ch

 



5 KOMMENTARE

  1. Der wichtigste Aspekt für mich ist, dass microspot.ch ja nicht einfach ein Elektronikformat ist, sondern, seit 2019, „das Online-Einkaufszentrum der Coop-Gruppe“ mit einem breiten, spartenübergreifenden Nonfood-Sortiment. Wird dieser Online-Einkaufszentrum-Ansatz damit ebenfalls aufgegeben? Die Medienmitteilung schweigt sich dazu aus. Dass er unter der Marke Interdiscount weitergeführt wird, ist allerdings schwer vorstellbar.

    • Guter Punkt. Anscheinend sollen gut laufende, elektroniknahe Sortimentsgruppen von Interdiscount übernommen werden. Und seit November 2021 hat Coop City ja auch einen Onlineshop und coop.ch hat auch einige Nonfood-Sortimente.

  2. Es ist mit schleierhaft, wie man Interdiscount als stärkere Marke sehen kann. Im Online-Geschäft spielt Interdiscount überhaupt keine Rolle und gilt als verstaubt, überteuert und unflexibel. Coop verabschiedet sich damit aus dem Online-Geschäft für Elektronik und somit über kurz oder lang überhaupt aus dem Elektronik Bereich, denn der stationäre Handel wird in der Bedeutungslosigkeit versinken. Eine katastrophale Fehlleistung des Managements.

    • Mit CHF 145 Mio. Onlineumsatz im 2022 ist Interdiscount nicht unbedeutend und sie liegen damit sogar noch vor Mediamarkt mit CHF 129 Mio. Meine Einschätzung zur Markenstärke ist subjektiv. Ich denke, dass Interdiscount bei der zahlungskräftigen Kundschaft eine höhere Bekanntheit geniesst und stärker für Qualität und Service steht als dies Microspot tut.

  3. Das muss man wirklich nicht verstehen. Die Läden als Stärke zu sehen ist wirklich lachhaft. Jede Interdiscount Filiale ist von unten bis oben gekachelt und sieht aus wie Rudis Resterampe. Auch das neu präsentiere Ladenkonzept sieht aus wie ein Mediamarkt Abklatsch. Selbst die gleiche Farbgebung – einfach schrecklich.

    Wieso nicht beide Marken zusammenführen und etwas Neues kreieren?

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